Prost-Team zufrieden über das Ende der Saison

  • Für das Team von Alain Prost endete mit dem letzten von insgesamt siebzehn Formel-1-Rennen eine nicht immer leichte Saison. Im Vergleich zum katastrophalen Vorjahr darf das Team aus Guyancourt sich aber zurecht über die vier geholten WM-Punkte freuen, wenngleich der Japan-Grand-Prix nach einem guten Beginn am Freitag nur schwach endete.
    Heinz-Harald Frentzen überquerte mit einer Runde Rückstand auf den Führenden die Ziellinie. Sein Teamkollege, der Tscheche Tomas Enge, gab nach Bremsproblemen auf. Nach dem Rennen standen beide Fahrer und der Managing Direktor des Teams Rede und Antwort


    Heinz-Harald Frentzen: "Ich startete das Rennen mit einem riesigen Handicap, denn ich hatte nach einer Feindberührung mit Pedro de la Rosa meinen Frontflügel beschädigt. Die Einzelteile des Flügels klemmten dann unter meinem Auto und ich musste ziemlich langsam, im Tempo eines Fahrradfahrers, zurück an die Box fahren. Dort hat das Team dann den Frontflügel gewechselt und anschließend war das Auto wieder so gut, dass ich jede Runde attackierte um die verlorene Zeit wieder aufzuholen. Ich hatte wirklich ein aufregendes Rennen und einige gute Überholmanöver. Ich muss sagen, dass das eines der anstrengendsten Rennen in meiner Karriere war. Jede Runde war wie eine Runde in der Qualifikation und es war anstrengend in diesem Tempo das Rennen zu fahren. Ich habe das aber wirklich genossen. Ich möchte dem gesamten Team, welches mir solch ein zuverlässiges Auto gegeben hat, sowie mit dem ich sehr gut zusammengearbeitet habe, danken."


    Tomas Enge: "Leider ist in diesem Rennen für mich alles schief gelaufen. Ich war ein wenig verunsichert nachdem Verstappen mich in der Formationsrunde überholt hatte, denn ich wusste nicht ob ich ihn wieder überholen sollte. Wir entschieden dann, dass ich hinter ihm starten sollte. Mein Start verlief dann nicht sehr gut und ich wurde eine ganze Weile aufgehalten; vor allem von Verstappen, zumindest bis er dann die Zeitstrafe bekam. Nach meinem ersten Boxenstopp lief dann alles besser. Ich machte Druck und meine Rundenzeiten wurden mit jeder Runde besser. Unglücklicherweise habe ich dann einen Fehler gemacht und das Minardi-Boxenschild für eines von unserem Team gehalten und gedacht, dass ich an die Box kommen sollte. Das Team war darauf natürlich nicht vorbereitet und in der nächsten Runde kam ich dann noch einmal herein. Das hat uns sicherlich einige Zeit gekostet, jedoch spielte es keine große Rolle, denn kurz danach bekam ich Probleme mit dem Bremsen. Ich kam erneut an die Box, sodass das Team die Bremsen überprüfen konnte, und fuhr dann zurück auf die Strecke. Danach fuhr ich dann direkt wieder in die Box und stellte mein Auto ab. Es wäre einfach nicht sicher genug gewesen noch länger zu fahren. Das ist kein ideales Ende der Saison, aber ich möchte allen im Team herzlich für die Chance, in den letzten drei Rennen fahren zu dürfen, danken. Das war bisher meine härteste aber aufregendste Erfahrung im Leben. Ich hoffe nun, dass wir darauf für die nächste Saison aufbauen können."


    Joan Villadelprat, Managing Direktor: "Abgesehen von den unglücklichen Problemen die wir im heutigen Rennen hatten, haben wir bewiesen, dass unser Auto konkurrenzfähig war. Es ist sehr schade, dass Heinz-Harald nach dem Start schon so frühzeitig an die Box musste, denn er fuhr ein fantastisches Rennen und drehte die siebtschnellste Rundenzeit. Wir sind ihm für seine exzellente Arbeit sehr dankbar. Für Tomas tut es mir Leid, dass er auf Grund eines Bremsproblems nicht die Zielflagge sehen konnte. Er hat uns das gesamte Wochenende über aber seine Hingabe gezeigt und es war richtig, dass wir ihn aus dem Rennen nahmen, denn es wäre nicht mehr sicher gewesen noch zu fahren. Wir sind glücklich darüber, dass das Jahr nun vorbei ist. Es war eine schwierige Saison für uns alle und die Leute daheim in der Fabrik. Ich möchte allen für ihre Arbeit danken. Ich muss wohl nicht noch erwähnen, dass wir uns auf die nächste Saison freuen..."