Italienische Presse: Barrichello vor Rauswurf

  • Italienische Presse: Barrichello vor Rauswurf bei Ferrari
    © F1Total.com/sid 04. September 2001 - 15:07 Uhr
    Ferrari-Pilot Rubens Barrichello konnte in Spa nicht überzeugen

    Michael Schumacher hat den WM-Titel, Teamkollege Rubens Barrichello den Ärger: Dem Brasilianer droht trotz eines bestehenden Vertrages bei Ferrari angeblich die Entlassung zum Saisonende. Das berichteten die italienischen Tageszeitungen am Dienstag übereinstimmend.
    "Rubens riskiert seinen Arbeitsplatz", schrieb 'Tuttosport' und kritisierte Barrichello für seine schwache Vorstellung beim Großen Preis von Belgien. Bei Schumachers Triumphfahrt zum
    Weltrekord (52. Grand-Prix-Sieg) hatte der Brasilianer auf Platz fünf enttäuscht, nachdem er sich einen Frontflügel nach einem Fahrfehler abgefahren hatte. Michael Schumacher brauchte so erst gar nicht seine versprochene Schützenhilfe im Rennen anzubieten. Laut 'Tuttosport' denke Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo ernsthaft daran, den 29-jährigen vor die Tür zu setzen.


    "Barrichello ist es in dieser Saison nicht gelungen, konstant schnell zu sein. Die interne Konkurrenz Schumachers ist enorm, der Vergleich würde jeden Piloten erdrücken. Jetzt, da Ferrari die Weltmeisterschaft gewonnen hat, muss aber der Brasilianer mehr leisten. Paradox erscheint die Tatsache, dass seine Leistungen nachgelassen haben, seit Ferrari seinen Vertrag erneuert hat", kommentierte 'Tuttosport'. Zum Saisonstart war Barrichello durch mehrere Kollisionen mit Gegnern schon einmal in die Kritik geraten und es wurde vermutete, dass er mit dem Druck neben Schumacher nicht klar kommt.


    Barrichellos Kontrakt war im Mai überraschend um ein weiteres Jahr bis 2003 verlängert worden. Auch 'Gazzetta dello Sport' sparte nicht mit Kritik: "Burtis Unfall hat vielleicht den sensiblen Barrichello beeindruckt. Fest steht aber, dass er ein schlechtes Rennen in Spa hinter sich hat. Er war zu lang hinter Autos her, die er blitzartig überholen musste. Sein Problem ist, dass er sich bei Ferrari für das letzte Rad am Wagen hält." Und 'Corriere dello Sport' titelte: "Barrichello, eine Sorge für Ferrari. In Spa hätte er beweisen können, was er wirklich wert ist. Doch er hat diese Chance nicht genutzt."


    Fabian Hust

  • Hm? Ist er nicht auch ein bißchen das letzte Rad am Wagen? Aber diese Rolle hat er selbst gewählt. Vielleicht hat er das unter- und sich selbst ein wenig überschätzt.


    Aber: Wer sollte bereit sein, seine Rolle zu übernehmen? Wirkliches Interesse an einem Siegfahrer hat Ferrari doch nur bedingt, denn welcher Siegfahrer macht schon gern den Sklaven für Schumacher - und das vertraglich festgelegt.


    Sollte das allerdings stimmen, gerät das Fahrerkarussel ja noch `mal richtig in Schwung. Villeicht prügeln sie sich jetzt alle um Kimi. ;D
    Der wollte ja gern zu Ferrari (sein Traum), Schumacher plant er dabei aber sicher nicht ein. Und kann ein Michael Schumacher Interesse daran haben, daß jemand mit ihm in einem Team fährt, der solches Talent hat? Oder kastrieren sie ihn lieber im eigenen Team, bevor er McLaren wohlmöglich zu Erfolgen verhilft. 8)


    Ich finde, das ist doch `mal ein Artikel, über den wir uns die Köpfe heiß diskutieren können! Also los! Stimmt es? Und wenn ja, was dann?

  • Und an wen denkst Du dabei? Ich finde schon, daß eine ganze Menge für Kimi spricht:


    Kimis Traum war immer, Ferrari zu fahren. Und Ferrari könnte sich damit auch in Finnland beliebter machen (unabhängig von Mika Häkkinen).


    Sauber hat bereits Ferrari-Motoren, da liegt ein Deal näher als mit Mercedes, mit denen Sauber aus verschiedenen Gründen ja eigentlich nicht mehr so kann (Abwanderung, jetzt wegen Kimi und Fäßler etc.). Und es gibt viele Punkte, an denen man zur Verhandlung ansetzen könnte, man befindet sich ja bereits in einer Vertragsgemeinschaft hinsichtlich der Motoren.


    Und Ferrari würde sich ein Supertalent sichern, was sie McLaren-Mercedes sicher nicht ohne Weiteres gönnen. Was durchaus nachvollziehbar ist.


    Und für lernfähig halte ich Kimi auch. Könnte er sich unterordnen? Bis 2004? Ist er dafür nicht jetzt schon zu gut?
    Nicht daß sie sein Talent da zugunsten Schumachers verschleißen und/oder unterdrücken.


    Gegen Ferrari spricht eigentlich nur Schumacher, für Ferrari im Gegensatz zu McLaren-Mercedes der derzeitige Erfolg des Teams.


    Aber da es in der italienischen Presse ja immer sehr emotional zugeht und nichts so heiß gegessen wird, wie es gekocht wird - abwarten.


    Sollte Barrichello allerdings gehen müssen, halte ich Kimi für die erste und vielleicht einzig realistische Alternative.


    Und ich würde mich natürlich freuen, wenn McLaren denn doch zwangsläufig Mika Häkkinen behält. ;D

  • Kimi würde spätestens 2003 nicht mehr bereit sein in einem Schumacher-Auto deklassiert zu werden.
    Ferrari müßte viel Geschick beweisen um den Wagen in ein für alle Fahrer fahrbaren Untersatz zu verwandeln.
    Ab dem Moment kann sich Ferrari sich um Kimi kümmern und den Wagen maßschneidern.