Jordan-Mechaniker gratulierten Frentzen zum 4. Pl.

  • Ich hab's per http://www.paperball.de gefunden:


    "02.09.2001
    Frentzen im schlechten Auto mit guten Karten für die neue Saison



    Spa. (lam) Üblicherweise zählt in der Formel 1 nur der erste Platz. Schon der Zweite ist nur noch der beste Verlierer. Aber am Ende des denkwürdigen Qualifikationstrainings zum Großen Preis von Belgien war auf einmal der Vierte die große Sensation.



    Heinz-Harald Frentzen im Prost-Acer, dem zweit- oder drittschlechtesten Auto des gesamten Feldes, stand hinter Juan-Pablo Montoya, Ralf und Michael Schumacher, aber weit vor Rubens Barrichello, Mika Häkkinen und David Coulthard. Und noch weiter vor Jarno Trulli und Jean Alesi vom Team des Eddie Jordan, der ihm auf so rüde Weise und aus unverständlichen Gründen den Stuhl vor die Teamgarage gestellt hatte.


    "Ich bin heute unglaublich froh, vor allem für mein neues Team, das mir so viel Vertrauen entgegengebracht hat, aber natürlich spüre ich auch persönliche Genugtuung", sagte Frentzen später. Die Genugtuung mag besonders groß gewesen sein, weil plötzlich die gesamte Jordan-Mechaniker-Mannschaft bei Prost auftauchte und Frentzen frenetisch applaudierte.


    Ein fast unerhörter Vorgang in der Formel 1, zweifellos ein Affront gegen den eigenen Arbeitgeber und ein bemerkenswerter Solidaritätsbeweis für Frentzen. Der meinte lächelnd, "Eddie weiß wohl schon, dass er einen Fehler gemacht hat". Zugegeben, die Verhältnisse bei teilweise feuchter Strecke heikel, die Zeitenjagd in den letzten Minuten ein Strategie- und Reifenpoker, ein Glücksspiel. Aber unbestritten ist auch, dass Frentzen in seiner Karriere vom Glück nie besonders hartnäckig verfolgt wurde.


    Der sichtlich gerührte Alain Prost, derzeit von enormen sportlichen und finanziellen Sorgen geplagt ("Ich schlafe schlecht"), konnte das Topresultat kaum fassen. "Da sieht man mal, was ein Toppilot in einem Team wie unserem alles bewirken kann." Noch am Abend wollte er sich "am liebsten mit Heinz-Harald zusammensetzen, um über das nächste Jahr zu sprechen".


    Es ist nicht das erste Mal, dass Frentzens Leistungen für ein Team möglicherweise Gold oder zumindest Geld wert sind. Jordan zum Beispiel verdankt seine aktuell finanziell erstklassige Ausstattung und seinen Status als Honda-Werksteam in erster Linie Frentzens Vorstellungen im Jahr 1999 - das schützte Frentzen indes jüngst nicht vor dem Hinauswurf, der Jordan teuer zu stehen kommen könnte. Frentzen fordert 27 Millionen Mark an ausstehenden Gehaltszahlungen.


    Wie ehedem bei Sauber, anfangs bei Jordan und aktuell bei Prost liefert der dreimalige Grand-Prix-Sieger vor allem dann Topleistungen, wenn er Rückhalt spürt. Fehlt der Wohlfühl-Faktor, bläst ihm gar ein frostiger Wind ins Gesicht, wie bei Williams und zuletzt bei Jordan, leiden auch prompt seine Resultate.


    Auch wenn Frentzen sagt, er sehe "ein großes Potenzial bei Prost" und wolle nun "Entwicklungsarbeit leisten und das Team voranbringen", so bleibt die Formel-1-Zukunft des 34-Jährigen vorerst unklar. Der Weg mit Prost würde beschwerlich: Das zeigte sich auch gestern, als zunächst die Startautomatik versagte, Frentzen dann von hinten ins Rennen gehen und sich am Ende mit Platz neun begnügen musste.


    Allerdings: Das miserable Blatt, das er noch vor kurzem in Händen hielt, hat er am Samstag gegen ziemlich gute Karten eingetauscht.


    Link: http://www.westfaelische-runds…-000.html?news_id=1857753


    Ciao Ingo
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