Ferrari baut futuristisches "Wunder-Auto" #1

  • Quelle Sport1.de
    http://www.sport1.de/coremedia…m_20wunderauto_20mel.html


    München - Die Scuderia Ferrari baut an einem neuen Wunder-Auto für die Formel-1-Saison 2002.


    Nach dem vorzeitigen Gewinn der Fahrer- und der Konstrukteurs-Weltmeisterschaft beim Grand Prix von Ungarn arbeiten die Italiener unter Hochdruck an der Umsetzung einer "technischen Revolution".


    Fahren soll der Super-Bolide schon vor Beginn des Testverbots zum Ende der Saison.


    Ferrari-Chefstratege Ross Brawn hatte noch in Budapest erklärt, dass mehr als 100 Mitarbeiter bereits seit sechs Wochen an dem neuen roten Renner arbeiten würden.


    Insgesamt stehen Michael Schumacher in der nächsten Saison 700 Mitarbeiter und ein Budget von angeblich 550 Millionen Mark für die Titelverteidigung zur Verfügung.


    Revolutionärer Motor-Block


    Konkret: Ferraris Motoren-Pabst Paolo Martinelli plant offensichtlich, sowohl Motor als auch Kupplung in einem einzigen Block unterzubringen (Lesen sie hier die exakten Details des neuen Motors).


    Bei dem 100 Kilogramm schweren Aggregat mit der Seriennummer 050 waren bislang Kupplung und Motor strikt voneinander getrennt. Ab der Saison 2002 sollen die beiden Elemente jetzt mit Hilfe von Titanium fusioniert werden (Bild 1).


    Ziel: Gewichts-Einsparung


    Dies bisher einmalige, innovative technische System für Motor, Differential und Getriebe soll dabei helfen, Gewicht zu sparen.


    Das hätte einen entscheidenden Vorteil. Durch einen kleineren Motor könnten die Ausmaße der Seitenkästen von vornherein drastisch reduziert werden.


    Verbesserte Aerodynamik


    Damit bekäme das Fahrzeug ein deutlich verändertes aerodynamisches Verhalten. Je kleiner der Motor, desto kleiner auch die Seitenkästen (BIld) und die Lufthutze - der Luftwiederstand im mittleren Fahrzeugbereich verändert sich drastisch.


    Heißt im Klartext: Das Auto erhält noch mehr die Form eines Flaschenhalses, ist dadurch bedeutend windschnittiger, weil deutlich schmaler als die bisherigen 1796 Millimeter, und der Luftstrom hätte am Chassis erheblich weniger Widerstand zu überwinden.


    Zusätzliche Balance-Hilfen


    Durch die Reduzierung des Gesamtgewichts könnten die Ferrari-Techniker um Chefdesigner Rory Byrne - an der "roten Göttin" zusätzliche Gewichte platzieren, ohne mit dem strengen FIA-Gewichts-Reglement ins Gehege zu kommen.


    Diese Zusatzgewichte könnte an den entscheidenden Stellen des neuen Schumi-Boliden exakt so angeordnet werden, dass es für den viermaligen Weltmeister von der Balance entschieden einfacher werden würde, sein Fahrzeug zu steuern.

  • Bessere PS-Transformation


    Hintergrund: Die FIA erlaubt bei den Fahrzeugen ein Mindesgewicht von 600 Kilogramm. Daher sind die Teams bestrebt, möglichst nahe an oder sogar unter diese Gewichtsgrenze zu kommen.


    Sie können dann mit Hilfe von zusätzlichen Gewichten (Wolfram-Platten) am Unterboden den Boliden exakt an die jeweilige Streckencharakteristik anpassen.


    Daher wiegt ein deutlich leichterer Motor bezüglich der Performance eines Fahrzeuges natürlich schwer. Das weiß auch Ferrari.


    Beschwerung des Hecks als Vorteil


    Beispiel: Wird das Heck (Bild) beschwert, presst sich der Bolide automatisch stärker auf den Asphalt, deutlich mehr Abtrieb wäre damit gewährleistet. Zudem würden die Vibrationen am Fahrzeug vermindert werden, die Fehleränfälligkeit wäre extrem gemindert.


    Damit käme der neue Ferrari deutlich schneller aus der Kurve, die Beschleunigung wäre mit der in dieser Saison kaum noch zu vergleichen. Das Handling des neuen Schumi-Renners wäre weitaus einfacher, die Ferrari-Piloten hätten kaum noch mit der Ausbalancierung des Wagens zu kämpfen.


    Veränderung des Materials


    Auch am Material wird bei den Verantwortlichen der Italiener fieberhaft getüftelt und gebastelt.


    Ziel: Die verwendete Werkstoffmenge muss immer leichter werden und dennoch weiterhin die Sicherheit der Piloten Michael Schumacher und Rubens Barrichello gewährleisten. Insbesondere an den Wänden der Seitenkästen soll leichteres und dünneres Material verwendet werden.


    Vergleichbar wäre das neue Material mit dem damals verbotenen Beryllium. Noch wird der Name geheim gehalten, es soll aber in allen Bereichen besser als alles bisher verwendete sein.


    Nichts wird dem Zufall überlassen


    Aber auch andere Komponenten werden verbessert. Mit großem Aufwand wird an den Flügeleinstellungen gearbeitet. Durch das weitaus schmalere Chassis (bislang 1796 Millimeter) sind die Flügel deutlich mehr dem Luftwiderstand ausgesetzt.


    Daher testen die Italiener seit Wochen im hochmodernen, firmeneigenen Windkanal an den Einstellungen der so wichtigen Flügel.


    Selbst die Rückspiegel sollen schnittiger gemacht werden, Luftwiderstand deutlich verringert werden.


    Nicht zuletzt die Reifen. Da sich Konkurrent McLaren noch nicht entschlossen hat, mit welchem Hersteller - Bridgestone odere Michelin - sie nächstes unterwegs sein werden, sieht es danach aus, als ob Bridgestone seine Haupt-Aufmerksamkeit Ferrari schenken wird.

    Ein großer Vorteil, denn in dieser Saison hat jeder gesehen, was exzellente Pneus ausmachen können.


    Schon bald erste Geheim-Tests?


    Das neue Wunderauto - seit sechs Wochen arbeitet Ferrari daran. Und noch vor Beginn des Testverbots im Herbst soll es getestet werden. Klappt alles wie geplant, wird der neue rote "Megarenner" 2002 nur ganz schwer zu schlagen sein.


    Jens Fischer

  • Wird langsam mal wieder Zeit für die Geldbremse.


    Sollte Ferrari wirklich über 500 Mio. für eine Saison ausgeben, dann muß ich langsam meine Zweifel an der Formel 1 anmelden.
    Ich muß jetzt wirklich ert einmal in Ruhe darüber nachdenken.

  • Wenn man sich das so durchliest, träumt man wirklich manchmal von der guten, alten Zeit, wo die Autos nur aus nem "Kasten mit vier Rädern" bestanden und der Fahrer das Rennen gewann und keine Wissenschaftler.
    Ich könnte mich jetzt noch sehr weit auslassen, das gehört aber jetzt hier nicht rein. 8)