Toyota beendet Testfahrten auf dem Nürburgring

  • Toyota beendet Testfahrten auf dem Nürburgring
    © F1Total.com 22. August 2001 - 09:20 Uhr

    In Vorbereitung auf das Formel-1-Debüt im kommenden Jahr testete das Formel-1-Team von Toyota von Montag bis Dienstag auf dem Nürburgring. Dabei zeigte sich die Eifel von ihrer schönsten Seite und verwöhnte das Testteam mit zwei Tagen Sonne und hochsommerlichen Temperaturen ohne einen einzigen Regenschauer, der die Tests hätte behindern können.
    Neben dem Sammeln von Daten über den 4,567 Kilometer langen Kurs stand vor allem die Entwicklung der Traktionskontrolle und der Launch-control auf dem Programm. Während die Traktionskontrolle schon sehr sauber klingt, hat das Team bei der Startautomatik noch viel zu tun - was allerdings angesichts des frühen Entwicklungsstadiums nicht verwunderlich ist. So gab es bei Startversuchen entweder zu viel durchdrehende Räder oder die Drehzahl sackte in den Keller, was bei einem Startversuch dazu führte, dass der Motor abstarb.


    Insgesamt kämpfte Toyota während den zwei Testtagen mit verblüffend wenig Problem. Insbesondere der Motor hinterließ einen guten Eindruck, kein einziger Motorschaden stoppte die Arbeit, nur beim Test zuletzt in Spa-Francorchamps hatte man Probleme mit dem Zehnzylinder: "Das ist schon beeindruckend. Von Anfang an war der Motor nicht nur gut, sondern auch zuverlässig. Wir haben mit ihm einfach so gut wie nie Probleme", lobte Allan McNish gegenüber F1Total.com die Arbeit seiner Mannschaft, die vom deutschen Motorenchef Norbert Kreyer geleitet wird. Rund 100 Motoren hat man bereits gebaut, auf dem Nürburgring lief die dritte Entwicklungsstufe.


    Zum ersten Mal überhaupt testete man mit drei Autos gleichzeitig. Am Montag sorgte ein neues Gaspedalsystem für Probleme, weil ein Sensor zur Sicherheit abstellte und McNish auf der Strecke stehen blieb. Ferner gab es einen Defekt an einer Ölpumpe. Am späten Nachmittag blieb ein Testauto zwei Mal auf der Strecke mit kleineren technischen Problemen stehen - für Testfahrten aber nicht ungewöhnlich viele Probleme.


    So gut wie immer drehten die beiden anwesenden Fahrer fünf Runden am Stück und kehrten dann zu Arbeiten an die Box zurück. Am Dienstagmorgen gab es ein Problem mit der Kupplung, die nicht richtig trennte, doch bis auf ein weiteres Problem am frühen Mittag verlief der Testtag ohne sichtbare Probleme - nur McNish zeigte sich mit seinem Auto nicht ganz zufrieden, das nach seinem Geschmack zu viel untersteuerte.


    Rund acht Stunden am Tag arbeitete die Truppe um Teamchef Ove Andersson an der Verbesserung des Autos, sogar der Vizepräsident des japanischen Automobilbauers machte eine kurze Stippvisite, was die Wichtigkeit dieses Testes hervorhob. Am Schluss des Tages übte man fleißig Boxenstopps. Ob Reifenwechseln, Betanken oder Motor anlassen, immer wieder kämpfte das Team mit Problemen, was zeigt, wie schwierig es ist, mit rund 20 Mann innerhalb von neun Sekunden ein Auto abzufertigen.


    Mika Salo drehte insgesamt 181 Runden mit einer Bestzeit von 1:19.61 Minuten und zeigte sich zufrieden: "Der Test war sehr gut für uns. Wir konnten viele Runden fahren und haben das vorgenommene Motormapping durchführen können. Nach zwei sehr positiven Tagen hier sind wir nun für den nächsten Test in Ungarn bereit."


    Auch Allan McNish äußerte sich positive: "Wir sind hier viele Kilometer gefahren. Wir haben erneut an der Traktionskontrolle gearbeitet und Verbesserungen gefunden. Auch haben wir an der Aerodynamik gearbeitet, der Hauptaugenmerk lag aber auf der Traktionskontrolle. Alles in allem denke ich, dass dies ein sehr ermutigender Test für mich selbst und Mika war." Der Schotte war nach 142 Runden mit 1:20.02 Minuten die zweitschnellste Zeit gefahren.


    Vergleicht man die Zeiten mit dem Qualifying dieses Jahr auf dem Nürburgring, so war Salo 4.650 Sekunden langsamer als Michael Schumacher, für McNish aber nicht aussagekräftig: "Das Problem ist, dass wir nur mit zwei Autos fahren und so eigentlich zwei Tage brauchen, bis wir die Strecke sauber gefahren haben." Das Problem ist der fehlende Gummiabrieb und damit geringere Haftung. Und, Toyota wird wohl kaum im Qualifyingtrim fahren. "Wir vergleichen die Zeiten immer mit den Freitagszeiten", erklärte Motorenchef Norbert Kreyer. Dann wäre Salo rund 3.2 Sekunden langsamer als Häkkinen gewesen - diese Zeit hätte bereits für Platz 16 gereicht.


    Teammanager Ange Pasquali zeigte sich vor der Abreise am Dienstag im Hinblick auf den kommenden Test vom 4. bis 6. September in Budapest zufrieden: "Wir haben heute mit unseren Boxenstoppsimulationen fortgefahren und sehr gute Fortschritte gemacht. Der Teamgeist ist am wachsen und die Jungs kommen als Mannschaft immer besser zusammen."


    Fabian Hust