Fisichella und Trulli tauschen die Cockpits

  • Fisichella und Trulli tauschen die Cockpits
    © F1Total.com 22. August 2001 - 20:12 Uhr

    Am Mittwochabend geriet das Fahrerkarussell noch einmal richtig in Schwung. Das Jordan-Honda-Team gab in einer offiziellen Pressemitteilung bekannt, dass man Giancarlo Fisichella verpflichtet hat. Der 28-jährige Italiener hat bei dem Team von Eddie Jordan einen Dreijahresvertrag unterschrieben. Der Römer gab 1996 bei Minardi sein Formel-1-Debüt und wechselte nach acht Rennen in der darauf folgenden Saison für ein Jahr zum Jordan-Team. Für den jetzigen Benetton-Renault-Pilot wird es also eine Rückkehr zum Jordan-Team.
    In seiner bisher einzigen Jordan-Saison, damals noch mit Motorenpartner Peugeot an der Seite von Ralf Schumacher, wusste Fisichella zu überzeugen, wie er das auch in diesem Jahr an der Seite von Jenson Button bei Benetton tun kann. Für Jordan holte Fisichella 1997 einen dritten Platz in Kanada und einen zweiten Platz in Belgien - nur gewinnen konnte "Fisico" bisher in seiner Karriere noch kein Rennen.


    Bei Jordan-Honda erwartet sich Fisichella während der nächsten drei Jahre wohl mehr Erfolg als bei Benetton-Renault, wo es während seiner vier Jahre immer nur bergab ging. Eddie Jordan, der erst vor kurzem mit Jean Alesi einen alten Bekannten in sein Team holte, meint über den Deal: "Das langfristig orientierte Planen ist für die Stabilität und die Kontinuität des Teams der Schlüssel zum Erfolg. Ich bin überglücklich, dass Giancarlo einen Dreijahresvertrag bei uns unterschrieben hat, da dies Jordan und Honda eine Plattform gibt, auf die man aufbauen kann."


    Im Gegenzug wird Jarno Trulli den Platz für Fisichella frei machen und das einlösen, was er immer wieder versprach: Für Teammanager Flavio Briatore zu fahren, der ihm einst in die Formel 1 verhalf. Jarno Trulli kam 1997 in die Formel 1, fuhr zunächst für Minardi, 1997-1999 für Prost, wo er auf dem A1-Ring beinahe ein Rennen gewonnen hätte und wechselte für die Saison 2000 zu Jordan, wo er Teamkollege Heinz-Harald Frentzen ganz schön auf die Pelle rückte.


    Dieser Wechsel ist allerdings noch nicht offiziell bestätigt, ein Insider meinte gegenüber F1Total.com jedoch: "Trulli hat gar keine andere Wahl, als zu Benetton-Renault zu wechseln. Die Top-Teams sind alle zu und Renault ist zumindest langfristig eine gute Entscheidung. Trulli wird sich genau wie Fisichella langfristig binden, kann aber besser pokern und sich Ausstiegsklauseln verankern lassen, um zur Not doch zu Ferrari oder McLaren wechseln zu können. Im Gegensatz zu Fisichella hätte Trulli nämlich die Möglichkeit gehabt, bei seinem alten Team zu bleiben. Allerdings wird sich auch Renault die Hintertüre für eigene Talente wie Fernando Alonso oder Mark Webber offen halten wollen."


    Das Renault-Team hatte Mittwoch vergangener Woche eine Option auf Giancarlo Fisichella verfallen lassen. Die Franzosen hätten diese einlösen müssen, um am Römer für die kommende Saison festzuhalten. Der Grund für die Entscheidung von Renault ist fast schon peinlich - als man den Vertrag vor einigen Jahren aushandelte, setzte man für das Jahr 2002 in der Option ein zu hohes Gehalt fest, das Renault nicht zahlen möchte, die Rede ist von über 20 Millionen Mark.


    Bei den Vertragsverhandlungen konnte man sich schlussendlich wohl nicht einig werden, denn Fisichella wollte einen mehrjährigen Vertrag abschließen, um die Lorbeeren der momentan dort stattfindenden Aufbauarbeit ernten zu können, Teamchef Flavio Briatore bot jedoch nur einen Einjahresvertrag an.


    Fabian Hust