Todt: "Jetzt muss Peter Härte zeigen"

  • München - Der Rat von Jean Todt an seinen Freund ist eindeutig: "Jetzt muss Peter Härte zeigen. Er darf Kimi nicht weggeben."


    Nach Informationen der Schweizer Tageszeitung "Blick" reagierte der Ferrari-Teamchef so auf die nicht enden wollenden Gerüchte, wonach McLaren-Mercedes Sauber-Jungstar KimiRäikkönen heiß umwirbt.


    Motoren für Zukunft?


    Das Angebot, das die Silbernen Peter Sauber unterbreitet haben sollen, ist nicht uninteressant: Motoren für Zukunft, kraftvolle Mercedes-Aggregate gegen den schnellen Finnen.


    Zwar beeilte sich Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug, den Motoren-Deal zu dementieren ("So ein Motoren-Leasing wird heute mit 25 bis 30 Millionen Dollar angesetzt. Wer Mercedes kennt, weiß, dass wir keine 60 Millionen Mark für einen Fahrer ausgeben"). Ein grundsätzliches Interesse am 21-jährigen Formel-1-Rookie wollte der Schwabe allerdings nicht leugnen.


    Sauber: "Unkorrekt und unhöflich"


    Peter Sauber, seit 1997 in Sachen Motor durch Ferrari-Power bestens ausgestattet, reagierte derweil äußerst verschnupft auf die Flirtversuche aus Woking: "Die großen Teams glauben, dass sie alles, was sie wollen, auch kriegen. Das betrachteich als unkorrekt und unhöflich."


    Ein weiterer Dämpfer im seit Jahren ohnehin unterkühlten Verhältnis zwischen Mercedes und Sauber.


    Der Rennstallbesitzer ist auf die Stuttgarter nicht mehr gut zu sprechen, seit die 1994 aus einem Motoren-Deal mit dem Schweizer Team ausgestiegen waren und sich McLaren zuwandten.


    Räikkönen auch in Ferraris-Zukunftsplanung?


    Seinen Ärger klagte Peter Sauber auch Todt. "Ja, ich habe mit Jean über den ganzen Wirbel gesprochen", gibt der 57-Jährige zu.


    Der kleine Franzose reagierte mit dem Machtwort jedoch wohl nicht ganz uneigennützig. Denn in Ferraris Zukunftsplanung für die Zeit nach Michael Schumacher dürfte Räikkönen ebenfalls eine Rolle spielen. Und bis dahin, so könnten die Überlegungen in Maranello lauten, wäre der Rohdiamant beim Partner-Team Sauber bestens aufgehoben.


    Räikkönen selbstmacht aus seiner Vorliebe für das italienische Traditions-Team jedenfalls keinen Hehl: "Ich bin davon überzeugt, dass ich eines Tages für Ferrari fahren werde. Ein bisschen mehr Erfahrung und ich werde dort hin kommen. Jeder in der Formel 1 will für Ferrari fahren, aber für mich ist das von größerer Bedeutung - so wie der Gewinn der Weltmeisterschaft."


    Und auch der derzeitige Ferrari-Heilsbringer Michael Schumacher hätte gegen einen Nachfolger Räikkönen offensichtlich nichts einzuwenden. "Von den jungen Fahrern ist er sicherlich der Beste", so Schumacher über Räikkönen. "Er ist schnell, macht wenige Fehler und fährt oft in die Punkte."


    Angesichts dieser Italienisch/Schweizerischen Einigkeit wird die Jagd von McLaren-Mercedes auf Räikkönen wohl erfolglos bleiben.