Ron Dennis zum Psychiater?

  • Maranello - Ron Dennis wirkt oftmals wie ein Griesgram. Ständig scheint der McLaren-Teamchef irgendetwas kritisieren zu müssen.


    Besonders hat sich der Engländer auf Michael Schumacher eingeschossen.


    So zeigte sich der "Herr der Silberpfeile" noch kurz vor der erneuten McLaren-Schlappe in Ungarn von Schumacher genervt: "Ich mag es, wenn er besiegt wird, weil ich mich diesem 'Mr. Unschlagbar'-Mythos nicht anschließen kann."


    "Es ist unangebracht, dass Michael sich diese Aura des Unfehlbaren aufbaut. Hätte irgend ein anderer Fahrer Michaels fragwürdige Starts und Erste-Kurven-Manöver hingelegt, wäre er bestraft worden. Davon bin ich überzeugt", so Dennis.


    Mit dem Gewinn der Weltmeisterschaft hat Schumi seinen größten Kritiker aber wohl endgültig mundtot gemacht.


    Nun schaltet sich sogar Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo in die Auseinandersetzung ein undfährt schwere Geschütze auf.


    Braucht Dennis einen Psychiater?


    "Ich sehe, dass so viele Leute über Ferrari reden und über unsere Fahrer Urteile fällen wollen. Auch die jüngsten Erklärungen von Ron Dennis habe ich gelesen", so wird der Italiener in der italienischen Presse zitiert.


    "Ich habe einen guten Freund, der als Psychiater arbeitet. Den kann ich Ron Dennis nur empfehlen, um sich von ihm helfen zu lassen", erklärte di Montezemolo weiter.


    Gegenangriff von di Montezemolo


    Anschließend ging der Scuderia-Chef sogar in den Gegenangriff über, was für den besonnenen Funktionär eigentlich unüblich ist: "Einige unserer Konkurrenten, die ihre Fahrerbesetzung sonst immer sehr früh bekanntgeben, sind diesmal dazu nicht in der Lage. Das ist ihr Problem."


    Damit spielt di Montezemolo eindeutig auf die immer noch andauerndenMcLaren-Vertragsverhandlungen mit Mika Häkkinen an. In den vergangenen Jahren gaben Dennis und Co. stets schon in Hockenheim ihre beiden Piloten für die kommende Saison bekannt.


    Schlechte Stimmung bei McLaren


    In diesem Jahr war dies jedoch nicht der Fall. Zumindest die Zukunft des finnischen Ex-Weltmeisters steht noch auf der Kippe.


    Ständig geraten neue Gerüchte in Umlauf. So soll zum Beispiel Kimi Räikkönen zu McLaren wechseln, andererseits steht Häkkinen auf der Wunsch-Liste von Jaguar-Boss Niki Lauda ganz oben.


    Nach der verlorenen Weltmeisterschaft gibt es also genug Zündstoff bei den Silbernen. Von der Ruhe und Konstanz der vergangenen Jahre ist nicht mehr viel zu sehen.


    Ferrari-Dominanz bringt Dennis zur Weißglut


    Di Montezemolo ist dagegen stolz auf sein Team und möchte sich die gute Stimmung von Dennis nicht vermiesen lassen. "Früher sagte mal jemand, Ferrariwürde nur gewinnen, wenn wir einen Williams kaufen und ihn rot anmalen würden."


    Diese Zeiten sind vorbei. Ferrari ist die absolute Nummer eins der Formel 1, und das liegt den silbernen Kontrahenten schwer im Magen.


    BMW-Williams pflichtet bei


    Auch die Konkurrenz von BMW-Williams schließt sich der Replique di Montezemolos an. "Es ist doch in der Formel 1 hinlänglich bekannt, dass Ron Dennis ein schlechter Verlierer ist", so BMW-Motorsportchef Gerhard Berger in der TV-Sendung "Blickpunkt Sport".


    "Man sollte nicht alles ganz so ernst nehmen, was er sagt", so der Österreicher weiter.


    Schumi hat andere Dinge zu tun


    Diesen Rat scheint Michael Schumacher auch zu befolgen. Er hat sich nämlich als einziger noch nicht zu den Vorwürfen von Dennis geäußert.


    Statt dessen zog er es vor, Weltmeister zu werden.