CFD-Simulationen

  • In der letzten Zeit habe ich öfters von verschiedenen Teams gelesen, dass sie CFD Simulationen einsetzen.
    Ich interessiere mich sehr für Computergrafik, habe als Techniker schon Erfahrungen mit SAN Technik, kleineren sgi Rechnern und Grafikprogrammen sammeln können, jedoch aus einem anderen, weniger experimentellen Blickwinkel.
    In meinem Bereich arbeitet man viel mit software von Autodesk Media oder iridas.


    Mich interessiert, welche Datenmengen in welcher Zeit entstehen und verarbeitet werden. Geschieht das Design mit Echtzeit feedback aus der Strömungssimulation oder werden einzelne oder komplexe Modelle in die virtuellen Windtunnel "gestellt" und berechnet?
    Ich weiß, das sind schon fast intime Fragen, aber über welche Größenordnung reden wir denn hier?
    Sind wir schon bei einem Petabyte Speicher im SAN?


    Vielleicht hat ja noch jemand Interesse an den genannten Dingen und wir können uns darüber austauschen.
    Es würde mich aber freuen, neues zu diesem Thema zu erfahren.


    Cheers R.

    "Ich mag verdammen, was du sagst, aber ich werde mein Leben dafür einsetzen, dass du es sagen darfst."
    Voltaire

  • Danke Insider, guter Link, der mich weiter gebracht hat!
    Ich bin dadurch auf den Hersteller der Software gekommen, die wahrscheinlich mittlerweile mehrere F1 Teams oder Motorenhersteller einsetzen.
    Die Seite ist auf englisch und hat viele technische Ausdrücke, aber auch ein paar schöne Bilder vom C22 wie das hier sind zu sehen:




    Insgesamt entspricht der Artikel dem Stand von Forschung und Entwicklung in 2003, ist aber eine gute Zusammenfassung über die Entwicklung in diesem Bereich seit Anfang der 90er. Natürlich bezogen auf Sauber.
    Wenn ich den Artikel richtig verstanden haben Sauber und Fluent (Software) es damals erstmals geschafft hat ein vollständiges F1 Auto simuliert in einen virtuellen Windkanal zu stecken, nicht nur ein einzelnes Teil wie einen Frontflügel.
    Von da an wurde begonnen das Auto erst im CFD zu testen und dann die Modelle im Windkanal feinjustieren.
    Ab einem gewissen Grad konnte man auch die Kurveneigenschaften nicht mehr im Windkanal testen, weil die Anlage in Hinwil 2003 dazu nicht ausgelegt war. Für diese Kurvenwinkel wurde dann nur noch der CFD Windtunnel genommen. Im Artikel wurde darauf verwiesen, dass dies zu einem entscheidenen Anstieg der Formkurve von 2003 (konkret ab USA) führte.


    Der Sauber Artikel:
    http://www.fluent.com/about/news/newsletters/05v14i2/s6.htm


    Jetzt haben wir 2007 und die Anlage hat sich um das 5,5 Fache verbessert. Das Tolle an so einem Supercomputer ist, dass er nicht nur ein Windkanal ist, sondern ein ganzer Haufen von Windtunnels, die mehrere Tests gleichzeitig laufen lassen. Die Leistungsteigerung ist noch größer, als die der Heimcomputer zwischen 2003 und 2007. Ein Vergleichsbild von 07 wäre Super, aber wenn das hier im Forum auftaucht, gäbe es nach dem "Stepney Gate", das "insider Gate"! 8)


    Wenn man auf der Homepage von Fluid etwas rusurft, findet man noch andere interessante Bilder, wie das hier:



    Der Link zur Software: http://www.fluent.com/software/fluent/dynamic.htm


    Wenn man auf der Fluid Seite auf das Bild klickt, kann man sich eine Animation anschauen! Lohnt sich!

    "Ich mag verdammen, was du sagst, aber ich werde mein Leben dafür einsetzen, dass du es sagen darfst."
    Voltaire

  • Cool nofuel! das bild ist von 2004 und hat etwa 30 mal so viele "Bindfäden", wie das 03er. Die software ist hier also entweder anders eingestellt oder hat einen dewutlichen Entwicklungssprung gemacht. Andererseits könnte das natürlich auch mit Albert zusammenhängen, wobei ich glaube dass Albert auch schon die 03er Bilder gerechnet hat.


    Auf jeden Fall sehr interessant alles!

    "Ich mag verdammen, was du sagst, aber ich werde mein Leben dafür einsetzen, dass du es sagen darfst."
    Voltaire

  • Zitat

    Ich denke Rot ist ein großer Luftwiederstand, grün ein kleiner, oder?


    Sieht so aus, ja.


    Beim Betrachten der Bilder kommen einem Unmengen von Ideen. Ich als Laie würde zum Beispiel sagen, dass ich ein F1-Auto von der Gewichtsverteilung vorne tendenziell eher leichter machen würde um dann mit einem steileren Frontflügel, der kaum Vmax kostet, möglichst viel Luft ÜBER die Aufhängung schaufeln zu können. Das hätte bestimmt aerodynamische Vorteile und wäre wohl auch der Traktion zuträglich!?


    insider: Ja ja, die Bremsanlage darf natürlich dabei nicht vergessen werden. Der Frontflügel müsste nach aussen hin dann eine entsprechende Aussparung haben oder flacher sein. ;)

  • Ha! Noch ein Bild gefunden, diesmal ein BAR. Diese Simulationssoftware heisst Advantage CFD und wird von Honda Ferrari und Aston Martin eingesetzt.
    Die Firma gibts nicht mehr, die gehört jetzt Honda! Damit sichern die sich schonmal ein bestimmtes Wissen.



    http://www.symscape.com/node/246


    Und auch Pro Drive setzt auf Advantage CFD, bzw. setzte, weil das jetzt Honda ist weiss mans nicht...
    Damit haben sie einen besseren Heckflügel für Le Mans 2003 designed. Ein weiterer Partner damals war geomagic, auf dessen Seite das Ganze Procedere beschrieben ist. Weil kein CAD Model vom Auto da war, haben die das gescannt um die Luftströmung über das Auto zu simulieren, der dann auf den Flügel trifft. heftige Arbeit, aber lohnt sich!



    http://www.geomagic.com/de/solutions/prodrive.php

    "Ich mag verdammen, was du sagst, aber ich werde mein Leben dafür einsetzen, dass du es sagen darfst."
    Voltaire

  • Zitat

    insider: Ja ja, die Bremsanlage darf natürlich dabei nicht vergessen werden. Der Frontflügel müsste nach aussen hin dann eine entsprechende Aussparung haben oder flacher sein. ;)


    Jetzt hast dus doch noch begriffen! ;D ;)