Reifentechnik

  • (Motorsport-Total.com) - Im Jahr eins nach dem Reifenkrieg gegen Michelin stattet Bridgestone das gesamte Formel-1-Feld mit Pneus aus, die mangels der Wettbewerbssituation natürlich wesentlich härter sein werden als bisher - nicht zuletzt auf Wunsch der FIA hin, der die hohen Kurvengeschwindigkeiten aus Sicherheitsgründen ohnehin schon lange ein Dorn im Auge waren.
    Für die Fahrer ergibt sich dadurch natürlich eine Umstellung, denn die Reifen sind als einzige Verbindung zwischen Chassis und Straße einer der wichtigsten Bereiche für die Fahreigenschaften. Nach den ersten Wintertestfahrten war auch immer wieder zu hören, dass 2007 ein neuer Fahrstil erforderlich sein soll, doch wie sich das genau auswirken wird, konnte bisher eigentlich noch niemand im Detail erklären.



    Christian Klien sprach nun Klartext: "Der Reifen ist härter und um zwei Sekunden langsamer. Für uns Fahrer wirkt sich das so aus, dass du nicht mehr so früh auf die Bremsen steigen kannst, weil du weniger Grip hast. Wenn seitliche Kräfte auf den Reifen kommen, hat er weniger Grip als der Michelin-Reifen, also musst du eher versuchen, gerade zu bremsen, das Auto um die Kurve zu drehen und gerade herauszubeschleunigen", erklärte er gegenüber 'Motorsport-Total.com'.


    Das klassische Hineinbremsen in die Kurven wird damit vermutlich aussterben: "Das geht nicht mehr so wie früher. Du musst wirklich versuchen, vor der Kurve zu bremsen", so der Honda-Testfahrer. "Du kannst ein bisschen in die Kurve hineinbremsen, aber dann bleibt oft das innere Rad stehen. Dadurch wird der Reifen mehr belastet und er wird heißer, du kriegst einen Bremsplatten. Das war mit dem Michelin leichter möglich."


    Auch Routinier Ralf Schumacher weiß, dass sich die Fahrer in der kommenden Saison den veränderten Gegebenheiten anpassen müssen: "Wenn man den Reifen überbeansprucht, wird er sicherlich nicht so konstant sein. Von daher muss man vielleicht schon ein bisschen was ändern, aber das kommt sehr stark auf das Auto an", gab der Toyota-Pilot gegenüber 'Motorsport-Total.com' zu Protokoll.



    Tja, wenn da der Wunsch der FIA bloss nicht nach hinten losgeht. Es ist zwar Tatsache, dass man mit härteren Reifen die Kurven früher anbremsen muss, jedoch kann das im Eifer eines Rennens (Ueberholversuch) auch sehr gefährlich werden. Zum Beispiel dann, wenn einer wirklich zu spät bremst, im Scheitel die Bodenhaftung verliert und in seinen Konkurenten rutscht.
    Bin gespannt auf die Auswirkungen dieser Aenderung.

  • Zitat

    Christian Klien sprach nun Klartext: "Der Reifen ist härter und um zwei Sekunden langsamer. Für uns Fahrer wirkt sich das so aus, dass du nicht mehr so früh auf die Bremsen steigen kannst, weil du weniger Grip hast.


    Muss es nicht eigentlich so spät heißen! NaJa die bei der Presse machen halt auch mal nen Fehler. ;)


    Zum Thema: Das wird durchaus sehr spannend. Solche Änderungen können das Kräfteverhältniss ordentlich durcheinander würfeln. Jeder Fahrer der diese neue Gegebenheit perfekt umsetzen kann ist klar im Vorteil und kann somit unter Umständen sogar ein leicht unterlegendes Fahrzeug trotzdem in den vorderen Rängen platzieren bzw. Qualifizieren. :)

    «Alonso halte ich auf der Strecke für so stark wie Vettel. Aber Alonso fehlt abseits der Strecke alles, was Vettel bieten kann. Seb bringt sich komplett in die Dynamik einer Mannschaft ein, er sieht sich nie als Einzelkämpfer. Er weiss, dass ohne Herz und ohne Teamgeist gar nichts geht.» (Luca Baldisserri)

  • (Motorsport-Total.com) - Aus der amerikanischen ChampCar-Serie wollte Reifenhersteller Bridgestone eine Reifen-Regel "importieren", um den Sport für die Zuschauer transparenter und spannender zu gestalten - nicht ganz uneigennützig, denn nach dem Rückzug von Michelin droht den Japanern aufgrund des Status' als Monopolist eine zurückgehende Aufmerksamkeit durch die Medien und Fans.
    Nach Informationen von 'autosport.com' wird es nach langen Diskussionen mit allen Beteiligten eine vergleichbare Reifenregel geben. Die Fahrer werden gezwungen, im Verlauf des Rennens jede der zwei Reifenmischungen mindestens ein Mal zu verwenden. Eine Markierung auf den Reifen wird es den Fans erlauben zu wissen, mit welchem Reifen der Fahrer gerade fährt.
    Die Formel-1-Kommission und der FIA-Weltmotorsportrat haben quasi in der letzten Sekunde entschieden, dass die beiden verwendeten Mischungen an einem Rennwochenende visuell unterscheidbar sein müssen.
    Die Teams wehrten sich zunächst gegen den Vorschlag, denn sie wollten der Konkurrenz das taktisch nicht ganz unwichtige Geheimnis nicht Preis geben, für welchen Reifentyp sie sich entschieden haben. Die FIA hatte anschließend die Idee, die Teams per Reglement zu zwingen, die Reifenwahl öffentlich zu machen.
    Doch diese Idee musste nicht aufgegriffen werden, denn man konnte sich in letzter Minute einigen, dass beide Mischungen in Zukunft voneinander optisch zu unterscheiden sein müssen. Derzeit sollen Diskussionen mit Reifenhersteller Bridgestone im Gange sein, wie man die Kennzeichnung vornehmen wird. Dabei steht man angesichts des bevorstehenden Saisonstarts mit dem 1. Freien Training am 16. März natürlich unter Zeitdruck.
    Nach Aussage einer Sprecherin der Japaner wird es wohl eine einfache Markierung, einen weißen Ring an der Flanke, auf den Reifen geben und keine komplett anders gefärbte Seitenwand. Diese Idee wurde verworfen, weil dies zu enormen Kosten geführt hätte.
    Bridgestone wird in dieser Saison nur wenige Reifentypen anbieten, der "Medium-Reifen" einer Strecke kann dadurch zur weichen Spezifikation auf einer anderen Strecke werden - man müsste also von jedem Reifentyp eine Version mit und eine Version ohne Markierung produzieren.


    Was soll man davon halten?
    Das die Teams gezwungen werden, jeden Reifentyp während des Rennens mindestens einmal zu verwenden, ist laut meinen Recherchen noch nicht durch. Da man ja auch die Aerodynamik auf Strecke und Reifentyp abstimmt, macht es aus meiner Sicht auch wenig Sinn.

  • Selbst mit gleicher Abstimmung ist man mit weichen Reifen schneller als mit härteren. Daß man mit einer "optimalen" Abstimmung vielleicht noch schneller sein könnte, ist dabei uninteressant.
    Aber damit generiert man ein wenig das Szenario, welches man die letzten Jahre über hatte und aus irgendeinem Grund den meisten missfallen hat - der Reifen entscheidet wer gerade schneller ist. Klar ist es jetzt nicht ganz so extrem, da jeder im Laufe des Rennens zum selben "Vorteil" kommt, dennoch ist es der Versuch über die Reifen Überholmanöver zu generieren. Wobei ich vermute, daß gerade im Hinteren Feld die wahl am Anfang des Rennens wohl eher auf die harte Mischung fallen wird, damit man später hoffentlich freie fahrt hat um die weichen voll ausnutzen zu können.
    Aber ich sehe solche Sachen immer relativ relaxed, erstmal schauen wie sichs in Wirklichkeit entwickelt und dann Urteilen. Nur zu oft haben irgendwelche Experten vorhergesagt, wie sich etwas auswirken würde und dann kams doch anders.
    Lassen wir uns einfach überraschen.

  • Vielleicht is dies die Richtige Stelle um eine weitere Frage an die ästheten unter den F1 Fans zu stellen.
    Sind die weißen Striche in den Rellen der Reifen hässlich oder Zweckmäsig oder beides? Gibt es schönere Lösungen oder sind weiße "Sportstreifen" schick?

    F1 war immer ein high-tech Sport. Das sollte er auch bleiben.

  • Zitat

    Vielleicht is dies die Richtige Stelle um eine weitere Frage an die ästheten unter den F1 Fans zu stellen.
    Sind die weißen Striche in den Rellen der Reifen hässlich oder Zweckmäsig oder beides? Gibt es schönere Lösungen oder sind weiße "Sportstreifen" schick?


    Ich gehe mal davon aus das Du die den neuen weißen Strich in den Rillen der F1 Reifen meinst der die Mischung anzeigen soll. Wenn ja finde ich ihn O.K. solange mann ihm auch im TV erkennen kann. Immerhin 1000mal besser als der blöde Punkt. Eine eingefärbte Flanke hätte es aber auch getan.

    «Alonso halte ich auf der Strecke für so stark wie Vettel. Aber Alonso fehlt abseits der Strecke alles, was Vettel bieten kann. Seb bringt sich komplett in die Dynamik einer Mannschaft ein, er sieht sich nie als Einzelkämpfer. Er weiss, dass ohne Herz und ohne Teamgeist gar nichts geht.» (Luca Baldisserri)

  • Zitat

    Ich gehe mal davon aus das Du die den neuen weißen Strich in den Rillen der F1 Reifen meinst der die Mischung anzeigen soll. Wenn ja finde ich ihn O.K. solange mann ihm auch im TV erkennen kann. Immerhin 1000mal besser als der blöde Punkt. Eine eingefärbte Flanke hätte es aber auch getan.


    Jepp die meine ich ;)
    Echt grausame Rechtschreibung in meinem Post... sorry.

    F1 war immer ein high-tech Sport. Das sollte er auch bleiben.

  • Ohne jetzt unnötig ein neues Topic zu eröffnen stelle ich die Frage mal hier.

    Es sieht fürs Wochenende in Magny Cours und speziell für Sonntag ja stark nach Regen aus. Nun meine Frage:


    Wie gilt die Reifen- Regel, wenn es während eines Rennens plötzlich beginnt zu regnen und einige Piloten schon den Wechsel von hart auf weich hinter sich haben? Müssen dann die anderen Fahrer bestraft werden, wenn sie trotz des Regens nicht wechseln oder wie verhält sich die Regel in diesem Sonderfall?


    Aufklärung wäre nett! :D

  • Gute frage...
    Wird das Rennen zum Regenrennen erklärt, gilt die reifennutzungspflich nicht mehr...
    Es wird also auch niemand bestraft.

    F1 war immer ein high-tech Sport. Das sollte er auch bleiben.