Stefan Bellof


  • Stefan Bellof



    Mit Stefan Bellof bekam der deutsche Motorsport in den 80er Jahren des vergangenen Jahrhunderts einen neuen Star. überall wo er antrat, war er erfolgreich. Sowohl im Kart, zusammen mit Bruder Georg, als auch in den "Junior-Formeln". Erste Highlights waren die Siege in seinen ersten beiden Formel 2-Rennen. Es folgten Erfolge im Werks Porsche 956. Deutscher-, Europa- und Weltmeister im Sportwagen. Formel 1 im unterlegenen Tyrrell-Ford.
    Viele Motorsport-Experten sind davon überzeugt, dass Stefan Bellof es als erster deutscher Rennfahrer geschafft hätte, Weltmeister in Grand Prix Sport zu werden.
    Bellof, der Mann, der überholen konnte, wo keine Lücke war, verunglückte am 01. September 1985 in Spa tödlich



  • Der Unfall


    Stefan und Ickx übernahmen ihre Wagen nach einem Boxenstop von ihren Teamkollegen. Dabei kam Ickx etwa 5 Sekunden früher auf die Strecke zurück als Bellof mit dem Brun-Porsche. Innerhalb kürzester Zeit hatte der schnellere Bellof diesen Rückstand jedoch wettgemacht und lief auf den Werks-Porsche auf. Ickx blockte Stefan etwa drei Runden lang mit allen Mitteln ab. Nach der La Source fuhr er plötzlich ruckartig nach rechts (siehe Skizze), eine klare Einladung zum Überholen. Stefan ließ sich nicht zweimal bitten und war schon neben Ickx, als dieser nach links in die Eau Rouge zog und Bellof abdrängte.



    Aus der Inboard - Kamera des Ickx- Porsche sind mehrere, wild mit der blauen Flagge schwenkende Flaggen- posten zu erkennen. Aber Ickx hielt es - wie man im Film eindeutig er- kennen kann - nicht mal für nötig in den Rückschpiegel zu schauen. Trotz der vielen blauen Flaggen hatte Ickx “nicht im Traum daran gedacht, daß hier einer überholt”. Merkwürdig, da an dieser Stelle auch ein Stuck langsamere Wagen überholte...


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  • Zitat

    Weiss jemand in welcher Kurve das in Spa war? ;)
    Ansonsten stimme ich ^^obigem voll zu.


    das war die eau rouge....... leider

  • Stefan Bellof 20.11.1957 - 01.09.1985

    Dieser Thread beschäftigt sich mit einem sehr talentierten,
    deutschen Rennfahrer der leider viel zu früh von uns ge-
    gangen ist. Stefan Bellof!!!

    Zu seinen Erfolgen gehören unteranderen:

    - Deutscher Formel Ford Meister 1980
    - Formel 3 Vize-Meister 1980
    - Gruppe-C Langstreckenweltmeister 1984
    - Internationaler Deutscher Sportwagen Meister 1984

    Stefan Bellof debütierte 1984 in der Formel 1 auf Tyrrell
    und konnte einige Achtungserfolge feiern.
    1984 wurde er beim Grand Prix von Belgien unerwartet
    6. einen Platz vor Ayerton Senna.
    Ein weiteres großes Rennen fuhr Bellof in Monaco 84,
    wo er ein unglaubliches Rennen lieferte und unter-
    anderem F1 Größen wie Laffite, Winkelhock und Rosberg
    überholte.
    Am Ende wurde das Rennen nach 32 von 77 Runden ab-
    gebrochen und Stefan Bellof wurde hinter Ayerton Senna
    dritter des Grand Prixs.
    1985 fuhr Bellof weitere 9 Rennen für Tyrrell und es
    wurde von Angeboten von Ferrari für die Saison 1986
    gesprochen.
    Doch noch in der Saison 85 sollte Stefan Bellof sein
    Leben bei einem Gruppe-C Rennen in SPA lassen.
    Deutschland verlor sein bis dahin größtes Rennfahrer-
    talent. Ihm wurde eine große Karriere in der Formel 1
    vorrausgesagt.

    Quelle: http://www.stefanbellof.de/

    Wer von euch weiß genaueres über Stefan Bellof?

    Gruß SVEN

  • Ob er der "beste" Fahrer seiner Zeit war, lässt sich meiner
    Meinung nach sehr schwer sagen, da er leider nicht die
    Zeit hatte dies unter Beweis zu stellen.
    Sicher ist aber ohne Zweifel, das er ein sehr großes Talent
    hatte und es hätte sehr weit bringen können.

  • Hallo Sven,
    über Stefan gibt es viel zu erzählen! Er war am Norisring immer gern gesehen und für einen Spass zu haben! Er machte am Norisring mal die Aussage: Einen Porsche 956C zu fahren sein ein wahres Vergnügen. Darauhin hat Klaus Ludwig ihn für verrückt erklärt, weil in diesen Autos Temperaturen von um die 80 Grad normal waren. Stefan hat Klaus darauf geantwortet: Was solls, ein bisschen Sauna hat noch niemanden geschadet! Die ganze Rennstrecke halt gewiehert vor lachen. Stefan war ein lustiger offener Mensch, der noch bis ganz kurz vor dem Start ein Interview gegeben hat. Auch hat man Ihn zu der Zeit im Fahrerlager am Grill mit einer Flasche Bier in der Hand angetroffen.
    Stefan wird mir immer in als lieber und offener Mensch in Erinnerung bleiben. Leider mußte Er zu früh von uns gehen! :'(


  • In der Formel-1 gab es für Stefan in den hoffnungslos unterlegenden Tyrrells immer wieder Lichtblicke. Beim GP von Belgien 1984 wurde er Sechster vor einem gewissen Ayrton Senna, der bei Toleman seine erste Grand Prix Saison bestreitete. Ein Rennen spaeter startete Stefan vom 21. Platz um am Ende als Fuenfter abgewunken zu werden. Anfang Juni kam es dann zum wohl bekanntesten F1 Rennen seiner kurzen Karriere, der "Grand Prix de Monaco 1984". Senna hatte sich fuer den 13. und Stefan fuer den 20. und letzten Startplatz qualifiziert. Am Renntag regnete es in Stroemen, die Chance fuer beide Rookies, ihr duerftiges Rennwagenmaterial dank hoechster Fahrkunst auszugleichen. Alain Prost fuehrte das Rennen zehn Runden lang an, ehe sich ein anderer Aussenseiter an dem WM Spitzenreiter vorbeischob. Nigel Mansell lag erstmals bei einem Formel-1 Rennen in Fuehrung. Sechs Runden spaeter verlies Mansell das Glueck und er rutschte in die Leitplanken. Prost uebernahm erneut die Fuehrung und hinter ihm auf Platz zwei tauchte Senna auf gefolgt von Lauda. Stefan ueberholte nacheinander Fabi, Laffite, Winkelhock und Rosberg. Als Lauda rausflog befand er sich hinter Arnoux auf Platz vier. Vor der Virage Mirabeau quetschte sich der Giessener mit seinem Tyrrell zwischen der Leitplanke und dem Ferrrari durch. Nach nur 32 von 77 vorgesehenen Runden wurde das Rennen abgebrochen. Stefan wurde hinter Senna dritter. Die bis zum GP von England erkaempften Punkte der Fahrer und des Teams wurden nachdem Tyrrell des versuchten Betruges ueberfuehrt wurde wieder gestrichen. Der Rennstall wurde aus der laufenden Saison ausgeschlossen.


    1985 fuhr Stefan noch 9 weitere F1 Rennen bevor er am 1.September den wohl hoechsten Preis seiner Rennleidenschaft bezahlen musste. In der Formel 1 hatte sein Tyrrell endlich einen Turbo-Motor erhalten und fuer die Saison 1986 gab es wohl ein Angebot von Enzo Ferrari. Doch zwischendurch musste Stefan in dem Gruppe-C Porsche von Walter Brun etwas Geld verdienen. Am Rennsonntag war Stefan mal wieder der schnellste Mann im Feld. Leider hatter der Werks-Porsche von Jacky Ickx ein paar PS mehr als der Brun-Porsche und Stefan fand keinen Weg vorbei. Fuer einen winzigen Augenblick riskierte er einen kleinen Tick zuviel, rundenlang genervt und geaergert von Ickx, der nicht nachgab. In der Senke von Eau Rouge rechnet Stefan nicht mit der Sturheit seines Gegners, ueberschaetzte aber wohl auch sein eigenes Koennen. Deutschland verlor an diesem Wochenende nur wenige Tage nach Manfred Winkelhock sein bis dahin wohl groesstes Talent im Motorsport. Er trug all unsere Hoffnungen.


    Von seinen Freunden wurde er liebevoll "Stibbich" genannt.


    Quelle:http://www.stefanbellof.de/

  • In Monaco 19984 hat er das erste mal richtig auf sich aufmerksam gemacht! Unglaublich wie er damals im unterlegenen Tyrrell die Top-Fahrer in Verlegenheit brachte und alt aussehen ließ!


    (Für alle Nichtkenner: Monaco 1984 war eines der heftigsten Regenrennen aller Zeiten und wurde nach ca 30 Runden abgebrochen)

  • Manne,


    auch ich hab Stefan noch vom Norisring her in Erinnerung. Ein unglaublich lustiger, aufgeschlossener und unkomplizierter Typ, der sich aber im entscheidenden Moment auch hochkonzentiert gab.


    Vor einiger Zeit kam im WDR eine Reportage unter dem Titel : "Das kurze Leben des Stefan Bellof". Sie zeigt seine freche Show in Monaco genauso, wie sein Privatleben und seine Einsätze sowie Interviews bei den Sportwagen-Rennen.


    Er hatte das Talent zu einem ganz "Großen"!
    Der furchtbare Unfall in Spa hat alle Hoffnungen mit einem Schlag zerstört.


    Und wenn wir so wollen, er hat Michael Schumacher beerbt.

  • Zitat


    ... Am Rennsonntag war Stefan mal wieder der schnellste Mann im Feld. Leider hatter der Werks-Porsche von Jacky Ickx ein paar PS mehr als der Brun-Porsche und Stefan fand keinen Weg vorbei. Fuer einen winzigen Augenblick riskierte er einen kleinen Tick zuviel, rundenlang genervt und geaergert von Ickx, der nicht nachgab. In der Senke von Eau Rouge rechnet Stefan nicht mit der Sturheit seines Gegners, ueberschaetzte aber wohl auch sein eigenes Koennen. Deutschland verlor an diesem Wochenende nur wenige Tage nach Manfred Winkelhock sein bis dahin wohl groesstes Talent im Motorsport. Er trug all unsere Hoffnungen.


    Von seinen Freunden wurde er liebevoll "Stibbich" genannt.


    Quelle:http://www.stefanbellof.de/



    Wo hast Du denn diesen Unsinn her, Jacky Ickx war überrundet und hatte schon blaue Flaggen gesehen. Das hat doch nichts mit selbstüberschätzung zu tun.

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  • Zitat

    Wo hast Du denn diesen Unsinn her, Jacky Ickx war überrundet und hatte schon blaue Flaggen gesehen. Das hat doch nichts mit selbstüberschätzung zu tun.


    Die Quelle steht drunter @BG ;)
    Ich habs nur so kopiert :)


    Ich mein...auch wenn Ickx überrundet war ist es doch ein wagnis gerade in Eua Rouge zu überholen/überrunden. ;)

  • Stefan Bellof war meiner Meinung nach der absolut herrausragenste Deutsche Fahrer der Formel1 nach dem Meister Michael Schumacher. Leider endete seine grandiose Karriere viel zu früh und viel zu tragisch :-[


    1984 interessierten sich mehrere Formel-1-Teams für den schnellsten Deutschen seit Jahrzehnten. Trotz erfolgreichen Testfahrten im McLaren, der mit Porsche-Turbomotor die F1 bis 1986 dominieren sollte, war dort kein Platz für ihn frei. Vertragsschwierigkeiten aufgrund seiner Bindung zu Porsche verhinderten wiederum einen Einstieg mit dem Weltmeister-Turbomotor von BMW, bei Brabham oder ATS.


    Kurzfristig wurde Bellof ein Formel-1-Platz beim Team Tyrrell angeboten, das als einziges noch mit dem unterlegenen herkömmlichen Saugmotoren auskommen musste. Da zu der Zeit weitaus stärkere Turbomotoren üblich waren, die im Training den Ladedruck hochdrehen konnten, waren Startplätze am Ende des Feldes programmiert. Bei ersten Rennen in Brasilien startete Bellof auf Platz 23, überholte 7 Konkurrenten in der ersten Runde, und lag nach dem Überholmanöver gegen Ayrton Senna nach der zweiten Runde auf Platz 13, als der Gaszug riss.


    Beim Grand Prix von Monaco startete er wieder vom Ende des Feldes, konnte aber im Regen bis auf Platz 3 vorfahren, bevor das Rennen abgebrochen wurde. Zeitweise fuhr Bellof nicht nur schneller als der Führende Alain Prost, sondern auch schneller als der völlig entfesselte Ayrton Senna. Am Saisonende wäre Bellof in der WM 14. geworden, jedoch wurde das gesamte Team disqualifiziert, weil bei den Tankstops Bleischrot in die Tanks geschüttet wurde, um das vorgeschriebene Mindestgewicht des Autos zu erreichen.


    Unbestätigten Gerüchten zufolge wurde ihm nach dem überzeugenden Regenrennen in Monaco, ähnlich wie 11 Jahre zuvor schon Niki Lauda, ein Vertrag von Ferrari angeboten. Allerdings war erst im Jahr 1986 ein Platz frei. Zwischen den F1-Rennen errang Bellof mit dem Werks-Porsche jedoch 1984 den Weltmeistertitel bei den Sportwagen und auch noch die Deutsche Meisterschaft.


    Für die vermeintliche Übergangssaison 1985 fuhr er weiterhin im unterlegenen Tyrrell, trennte sich aber vom Porsche-Werk, und fuhr nun bei Sportwagenrennen im Team Brun gegen sein früheres Team. In Spa-Francorchamps kollidierte er in der Senke Eau Rouge mit Jacky Ickx, der nur leicht verletzt wurde. Bellofs Wagen prallte frontal gegen einen hinter den Leitplanken stehenden Betonpfeiler. Bellof starb noch am Unfallort. Später äußerte insbesondere seine Familie Vorwürfe gegen Ickx, der seinem Kontrahenten wieder besseren Wissens den sprichwörtlichen "Platz zum Überleben" nicht gelassen habe.


    «Alonso halte ich auf der Strecke für so stark wie Vettel. Aber Alonso fehlt abseits der Strecke alles, was Vettel bieten kann. Seb bringt sich komplett in die Dynamik einer Mannschaft ein, er sieht sich nie als Einzelkämpfer. Er weiss, dass ohne Herz und ohne Teamgeist gar nichts geht.» (Luca Baldisserri)

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  • Befasst man sich eine Weile mit dem Thema bzw. dem Tödlichen Unglück von Stefan Bellof steht Jacky Ickx in einem sehr schlechten Licht.


    Hier gibts das Video von Bellof´s tödlichen Unfall !!! :-[


    Hier ein Bericht eines Beobachters aus Turm des Rennleiters beim besagtem Rennen: Quelle


    Die entscheidende Szene: Boxenstopp der beiden schnellsten Wagen. Ickx kommt ca. 5 Sekunden vor Bellof aus der Box. Innerhalb kürzester Zeit hatte der schnellere Bellof den Rückstand jedoch wettgemacht und lief auf Ickx auf. (Ich war zu der Zeit im Turm des Rennleiters und erlebte die letzten drei Runden - und den Unfall - live mit.) Ickx blockte Bellof mit allen (!) Mitteln ab. In der besagten Runde machte Ickx dann auf dem Weg von der La Source zur Eau Rouge einen Schlenker nach rechts. Eine klare Aufforderung zum Überholen! Bellof war bereits vollständig (!) neben Ickx - und, bezogen auf die Eau Rouge, innen ! - als dieser Bellof schnitt und nach links in die Eau Rouge zog. (Durch die Inboard - Kamera des Ickx-Porsche sind mehrer Streckenposten zu erkennen die “wie wild” blaue Flaggen schwenken. Ickx - und das ist deutlich zu erkennen - hält es nicht mal für nötig in den Rückspiegel zu sehen!)


    Bellof versuchte noch eine Vollbremsung, aber er konnte den Kontakt mit dem Werks-Porsche nicht mehr ver- hindern. (Hätte er seine Linie durchgezogen hätte es wohl Ickx erwischt, so “stupste” er Ickx in den rettenden 180 - Grad Dreher.) Während Ickx Glück hatte und im günstigen Winkel (rückwärts) in die Planke schlug, fuhr Bellof, nach einem 360 Grad - Dreher, frontal in die Planken. Etwa 30 cm hinter den Planken befand sich der Betonsockel einer Tribüne. Stefan hatte keine Chance...







    Die Fachzeitschrift Auto-Zeitung ermittelte, daß der englische Amateurfilmer John Nichols den Unfall im gesamten Ablauf festgehalten hatte. Der Film lag (liegt ?) bei Porsche unter Verschluß. Porsche - Rennleiter Peter Falk erteilte der AZ die Erlaubnis den Film, der, Zitat AZ, “Bellof von der Schuld am Unfall freispricht”, zu sehen. SA: “Das Video - Dokument zeigt einwandfrei, daß Bellof eingangs der Zielgeraden schräg versetzt unmittelbar hinter dem Porsche von Ickx lag. Etwa dort, wo die Fahrer in den fünften Gang schalten, zog Ickx entgegen seiner Fahrweise in den vorherigen Runden abrupt nach rechts - ein Manöver, daß praktisch eine Einladung zum Überholen darstellt. Kurz darauf war Bellof bereits gleichauf mit Ickx und für den anschließenden Linksknick auf der Innenbahn”.


    Dazu der langjährige Braunschweiger Motorsport-Journalist Eckhard Schimpf: “Hätte Bellof in dieser Situation nicht versucht zu überholen - er wäre sein Geld nicht wert gewesen. [...] Ickx hat Bellof in eine Falle gelockt. Er wollte ihn lächerlich machen, ihm zeigen wer der Herr im Haus ist.”


    AZ: ”Hausherr ist Ickx tatsächlich in Spa, nicht nur im übertragenen Sinn: Er fungiert nebenbei auch als Direktor der Rennstrecke von Spa - und so ist vielleicht auch verständlich, warum die Untersuchung des Unfalls durch den lokalen Staatsanwalt schon beendet war, als sie kaum begonnen hatten. [...] Nicht einmal die Motorsport- Gerichts- barkeit, ansonsten stets hyperaktiv, nahm sich des Un-Falls an. Wer sich in einem Markenpokal-Rennen mit uner- laubten Manipulationen technische Vorteile verschafft, wird leicht für ein Jahr gesperrt. Wer aber bei einem WM- Lauf Flaggensignale mißachtet und damit fatale Folgen in Kauf nimmt, kommt nicht einmal vor den Kadi.”

    «Alonso halte ich auf der Strecke für so stark wie Vettel. Aber Alonso fehlt abseits der Strecke alles, was Vettel bieten kann. Seb bringt sich komplett in die Dynamik einer Mannschaft ein, er sieht sich nie als Einzelkämpfer. Er weiss, dass ohne Herz und ohne Teamgeist gar nichts geht.» (Luca Baldisserri)

  • Weiß denn irgend jemand von euch ob es über Stefan Bellof noch Videomaterial von alten Rennen, Test´s usw. gibt?


    Bei You Tube gibts leider nur das Video von seinem tragischen Unfall :-[

    «Alonso halte ich auf der Strecke für so stark wie Vettel. Aber Alonso fehlt abseits der Strecke alles, was Vettel bieten kann. Seb bringt sich komplett in die Dynamik einer Mannschaft ein, er sieht sich nie als Einzelkämpfer. Er weiss, dass ohne Herz und ohne Teamgeist gar nichts geht.» (Luca Baldisserri)

  • Hier steht auch was über ihn: http://de.wikipedia.org/wiki/Stefan_Bellof


    Es ist unglaublich das so ein Fahrer wie Jacky Ickx der in der F1 Vizeweltmeister wurde nur sich so dumm benehmen kann. Wenn man 1984 wo sich übrigends auch die WM zu Gunsten von Lauda entschied in einem Tyrell mit lächerlichem Saugmotor das schafft ist man schon unglaublich gut. Ich traue mich fast zu sagen das er vielleicht sogar der erste Deutsche F1 WM geworden wäre. Aber auch Trips starb auf dem Weg zur WM in Monza 1961. Schaut so aus als ob die Deutschen Piloten immer viel Pech hatten bis Schumi kam.

  • Zitat

    Ich traue mich fast zu sagen das er vielleicht sogar der erste Deutsche F1 WM geworden wäre.


    Er hatte auf jeden Fall das Zeug zum F1 Weltmeister und hätte uns noch viel freude bereitet. Eine Saison zusammen mit Bellof und MSC wäre wohl das absolute Highlight gewesen. ::)

    «Alonso halte ich auf der Strecke für so stark wie Vettel. Aber Alonso fehlt abseits der Strecke alles, was Vettel bieten kann. Seb bringt sich komplett in die Dynamik einer Mannschaft ein, er sieht sich nie als Einzelkämpfer. Er weiss, dass ohne Herz und ohne Teamgeist gar nichts geht.» (Luca Baldisserri)

  • Da ja nun eigentlich Winter ist ( wir hatte zwar heute in Berlin 13 Grad ) und es zur Zeit nicht so viel zu berichten gibt möchte ich euch mal wieder eine unvergessliche und atemberaubende Episode aus dem kurzem Leben von Stefan Bellof präsentieren. Berichtet wird über seine Rekordfahrt auf dem legendären Nürburgring auf dem er noch heute den Streckenrekord hält.


    Beim Training zum 1000-km-Rennen auf der Nordschleife durchbrach Bellof als erster und einziger Fahrer die 200-km/h-Schallmauer Zudem überholte Stefan in einem alten 82er-Werks-956, in dem eine (damals noch schwere) Kamera eingebaut war, seinen Teamkollegen Ickx im aktuellen 83er Werks-Porsche 956. Auch der amtierende F1-Weltmeister, Keke Rosberg, wurde von Stefan kurz hinter dem Adenauer Forst mit dem alten Kamera-Wagen locker überholt.


    Dazu Peter Wyss in der damaligen MSa: 6:11,13 - den Zuschauern stockte der Atem, die Streckensprecher überschlugen sich am Mikrofon, und die Zeitmessung kontrollierte die Uhren. Stefan Bellof hatte im Abschlusstraining als erster Fahrer die 200-km/h-Schallmauer auf der Nordschleife durchbrochen. Ein Schnitt, besser als Niki Lauda seinerzeit mit dem Ferrari Formel 1. Da wurde es allen trotz der für diese Jahreszeit sogar in der Eifel ungewohnt bissigen Kälte richtig warm ums Herz.


    Was man nach Stefans Fabelzeit in Silverstone schon vermutet hatte, traf also prompt ein. Der Giessener Sunnyboy im Porsche-Herrenteam deckte das wahre Potential dieses Superrenners aus Zuffenhausen auf. «Ich sagte dir ja, dass eine Zeit zwischen 6:10 und 6:15 drin liegt, aber du hast mir ja nicht geglaubt», belehrte mich Bellof eines besseren. «Aber ich muss ehrlich zugeben: viel schneller geht es nun wirklich nicht. Zweimal ist mir in dieser Runde das Bremspedal durchgefallen, ich musste vor den Ecken pumpen, das war bei dieser Geschwindigkeit etwas unangenehm. Dafür hatte ich praktisch eine freie Strecke und wurde nie wirklich behindert. Komischerweise drehte ich diese Runde gar nicht mit meinen richtigen Qualifikationsreifen. Denn die habe ich vorher aufgebraucht, als mir in einer Runde drei Konkurrenten im Wege standen. Danach ging Bell mit seinen Qualifiers auf Zeitenjagd, in der Zwischenzeit hatte man für mich nochmals einen Satz aus Ickx' und meinen übriggebliebenen Reifen zusammengewürfelt. »


    Im Rennen musste Jochen Mass den Startturn gegen Stefan fahren. Jochen, der im Sister - Car deutlich schneller als Ickx war (6.16 min. im Training) schlug sich tapfer, mußte sich trotzdem um 10 Sekunden pro Runde von Stefan deklassieren lassen.


    Die Tempo-Demonstration von Stefan war nötig, da zu erwarten war, daß Ickx nach dem Boxenstop Stefans Team- kollegen, Derek Bell, viel Zeit abnehmen würde. Bellof übergab den Werks-Porsche mit der Startnummer 2 mit riesigem Vorsprung an Derek. Wie sich herausstellte, war Ickx nicht schnell genug um den Bellof-Vorsprung zu egalisieren. Derek Bell übergab den Wagen immer noch mit Vorsprung wieder an Stefan. Dieser baute den Vor- sprung sofort wieder mit Rekord - Runden weiter aus.


    Im Pflanzgarten bekam der Wagen von Stefan dann Unterluft. Ein Horrorabflug, jenseits der 200 km/h-Grenze, mit etlichen Überschlägen war die Folge. Stefan stellte fest, daß der Funk noch funktionierte, teilte der Box mit, daß er den Wagen abgelegt hatte, stieg aus und schrieb Autogramme... (Letzteres ist durch Fotos belegt.)
    Später kommentierte Stefan den Unfall über Streckenfunk, das hörte sich dann so an: “... plötzlich wurde die Lenkung ganz leicht, dann ging die Post ab ...”.


    Nebenbei: Derek Bell sagte später einmal sinngemäß: Alte Menschen haben Krücken um Laufen zu können, ich habe Stefan um immer noch Rennen gewinnen zu können.

    «Alonso halte ich auf der Strecke für so stark wie Vettel. Aber Alonso fehlt abseits der Strecke alles, was Vettel bieten kann. Seb bringt sich komplett in die Dynamik einer Mannschaft ein, er sieht sich nie als Einzelkämpfer. Er weiss, dass ohne Herz und ohne Teamgeist gar nichts geht.» (Luca Baldisserri)

    Einmal editiert, zuletzt von m.doerschel ()

  • Zitat

    AZ: ”Hausherr ist Ickx tatsächlich in Spa, nicht nur im übertragenen Sinn: Er fungiert nebenbei auch als Direktor der Rennstrecke von Spa - und so ist vielleicht auch verständlich, warum die Untersuchung des Unfalls durch den lokalen Staatsanwalt schon beendet war, als sie kaum begonnen hatten. [...] Nicht einmal die Motorsport- Gerichts- barkeit, ansonsten stets hyperaktiv, nahm sich des Un-Falls an. Wer sich in einem Markenpokal-Rennen mit uner- laubten Manipulationen technische Vorteile verschafft, wird leicht für ein Jahr gesperrt. Wer aber bei einem WM- Lauf Flaggensignale mißachtet und damit fatale Folgen in Kauf nimmt, kommt nicht einmal vor den Kadi.”


    Mann, das ist unglaublich! Ich habe bisher immer nur von einem Rennunfall gelesen/gehört. Aber wenn man sich die Fakten anguckt, würde ich es wohl eher als eine "Fahrlässige Tötung" bezeichnen. Was ich vor allem schlimm finde, ist die Tatsache dass der Unfall anscheinend niemals offiziell unterucht wurde.


    Die "Akte Senna" wurde erst zehn Jahre nach seinem Tod endgültig geschlossen, bei Stefan Bellof geschah gar Nichts?! Das ist ein Skandal!



    Zu Stefan Bellof: Allein die Tatsache, dass er eine solch kurze Karriere hatte, schon beinahe 22 Jahre tot ist, und sein Name immer noch ein Begriff ist, sagt schon alles. Ich meine auch, er hätte ein ganz großer werden können, aber hätte, wäre, wenn...(das Thema hatten wir schon in anderen Threads zu genüge...)


    Schade, aber manchmal scheint folgender Spruch zuzutreffen: "Nur die Besten sterben jung" :-/

  • Mal ne Frage an alle richtigen Auskenner ;)


    Ich hab ja nun seit gestern das Sensations F1 Rennen Monaco 1984 auf DVD. Wie ja die meisten wissen gelang es Bellof in diesem Rennen aus der letzten Reihe bis auf Rang drei vorzufahren bevor das Rennen abgebrochen wurde.


    Wieso erschien Bellof damals nicht zur Siegerehrung?


    Neben Fürst Rene standen nur Sieger Prost und der zweitlatzierte Senna auf dem Treppchen ???

    «Alonso halte ich auf der Strecke für so stark wie Vettel. Aber Alonso fehlt abseits der Strecke alles, was Vettel bieten kann. Seb bringt sich komplett in die Dynamik einer Mannschaft ein, er sieht sich nie als Einzelkämpfer. Er weiss, dass ohne Herz und ohne Teamgeist gar nichts geht.» (Luca Baldisserri)