• Am heutigen Freitag wurde Clay Regazzoni in Italien bei einem Verkehrsunfall getötet. In der Nähe von Parma soll er mit einem Lkw kollidiert sein (laut Angabe der italienischen Nachrichtenagentur ANSA).


    Er fuhr gemeinsam mit Jacky Ickx und Niki Lauda für Ferrari in den Siebzigern, und war ein richtiger Teamplayer (als Lauda 1977 statt ihm Carlos Reutemann vor die Nase gesetzt bekam, verließ er Ferrari und unterschrieb für 1978 bei Brabham).


    Der sympathische Schweizer überlebte die gefährlichste Zeit der Formel 1, war aber seit seinem Unfall in Long Beach 1980 querschnittgelähmt. Er verlor nicht an seinem Lebensmut, fuhr weiter Rennen und entwickelte Handsteuerungssysteme für Behindertenfahrzeuge.


    Gianclaudio "Clay" Regazzoni wurde 67 Jahre alt.

  • Auch wenn er schon 67 Jahre alt war, ist das eine wirklich traurige Nachricht :'( Da sieht man mal wie gefährlich der Straßenverkehr ist :-/

    "Ein gutes Pferd springt nicht höher als es muss."


    Anmeldedatum im alten Forum am 18.8.2006!

  • Ich war heute an dem Trauergottesdienst von Clay Regazzoni. Das war wirklich beeindruckend. Die Stimmung war eigentlich heiter und man sprach viel über die Erfolge aber auch die Schicksalsschläge des grossen Unsterblichen.
    Clay, die Rennfahrergemeinschaft wird dich vermissen, sowie auch deine zahlreichen Fans. Aber irgendwie wirst du in uns weiterleben!

  • Clay Regazzoni war schon eine beeindruckende Persönlichkeit, so richtig ein Rennfahrer alten Stils, was immer das nun sein soll.
    Anzufügen zu oben wäre u.a. noch:
    - Regazzoni fuhr den 1. Sieg für das Williams-Team ein (Silverstone 1979), zugleich war es der letzte Sieg für Regazzoni.
    - Lauda verliess Ferrari nicht, weil er Reutemann als Teampartner "erhielt". Natürlich hatte er anscheinend gar keinen Draht zu Reutemann und verstand sich mit Regazzoni viel besser, aber der Grund für Laudas Weggang von Ferrari lag schon in direkten Differenzen mit Ferrari va. im Herbst 1976.
    - Als Regazzoni 1976 bei Ferrari in Ungnade fiel, gab es ein Mittagessen mit Enzo Ferrari, Regazzoni, Lauda und Montezemolo (glaube ich), bei dem Ferrari völlig ausratete und er den wahren Grund offenbarte, warum er Regazzoni loswerden wollte:
    "Jedenfalls: Clay in Ungnade. Und überhaupt, regt sich der Alte auf, muß Clay sich wieder ordentlich benehmen, eine Frechheit, was der aufführt! Dann erzählt der Alte, was er für die größte Schweinerei hält: Als er mit dem Auto nach Modena fährt, sieht er Weiber mit Clay-Regazzoni-Jeans, und er schildert wütend, wie diese Jeans aussehen: Die haben das "cavallo" am "culo", das Pferd am Arsch, das springende Wappen-Pferd Ferraris. Der Alte tobt: Ein Wahnsinn sowas, so eine Frechheit, der Kerl verkauft seine Hosen mit dem Ferrari-Pferd am Arsch!" (Niki Lauda, Protokoll. Wien 1977. Mit "der Alte" meint Lauda natürlich Enzo Ferrari.)