Senna Spezial


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    1984 Wie ein Blitz schlägt der Brasilianer Ayrton Senna in die Formel 1 ein.


    Aus der schier endlosen Reihe erfolgreicher brasilianischer Rennfahrer schaffte ein gewisser Ayrton Senna (eigentlich da Silva, doch auf Drängen englischer Journalisten nahm er 1981 den Nachnamen seiner Mutter an) 1984 den Aufstieg in die Formel 1. Mit vielen Vorschusslorbeeren, die er sich in diversen britischen Nachwuchsklassen erarbeitet hatte (unter anderem wurde er Rekordsieger und Meister in der Formel Ford und der Formel 3), debütierte Ayrton Senna beim Grand Prix in seiner Heimat in Brasilien am 25. März 1984 in der Formel 1.


    Bestes Rennen: Monaco


    Es war erst sein sechstes Formel 1 Rennen, in einem Mittelklasseauto, er startet vom 14. Startplatz, schon damals war es nahezu unmöglich in Monte-Carlo zu überholen. Doch es regnete in Strömen was die Leistungsunterschiede der verschiedenen Fahrzeuge relativierte, das fahrerische Können rückte in den Vordergrund. Der junge Brasilianer tobte sich munter nach vorne der erste Schritt zum Regenkönig war gemacht. An zweiter Stelle liegend machte er auf den Führenden Alan Prost mächtig Boden gut, doch dann wurde das Rennen wegen dem fürchterlichen Regen abgebrochen. Noch heute sind sich viele Experten einig, Rennleiter Jacky Ickx hat mit dem Abbruch Sennas ersten Grand Prix Sieg noch einmal verhindert. Der zweite Neuling, Stefan Bellof sorgt wie Senna für Furore. Der Deutsche wird in Monaco Dritter - aber dem Tyrrell-Team werden später alle Punkte gestrichen.


    Saisonergebniss: Toleman-Hart : 13 Punkte, 9. Platz


    Durch diese Vorstellung, wurde Lotus-Chef Peter Warr aktiv und verpflichtete ihn für 1985. Aber Senna hatte auch noch einen Vertrag bis 1986 bei Toleman und diese wollten ihn natürlich nicht gehen lassen. Nach einer Gerichtsverhandlung kaufte schließlich Vater Senna, für den Preis von 100.000 Pfund, seinen Junior aus dem laufenden Vertrag heraus. Toleman, beleidigt, ließ Senna sogar einmal in Monza nicht starten. Der Ersatzfahrer Martini qualifizierte sich nicht fürs Rennen und Senna wurde wieder Stammfahrer. Sein Teamkollege, der dreimalige Motorrad - Weltmeister Johnny Cecotto, verletzte sich beim 10. Grand Prix in Brands Hatch schwer und Stefan Johansson übernahm das Steuer des zweiten Tolemans. Am Ende der Saison wechselte Ayrton Senna zum drittplazierten der '84er Konstrukteurs-WM: Lotus Renault.
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    1985 Wie auf Schienen durch die Gischt.


    Die Verpflichtung Sennas schien zunächst ein Flop zu sein, nachdem man Senna wochenlang rund um den Erdball vergeblich suchte. Er kämpfte daheim in Brasilien mit einer mysteriösen Krankheit, die eine Gesichtshälfte lähmte. Doch Senna besiegte den Virus und stieg planmäßig zu Beginn der Saison in das Lotus-Cockpit. Im ersten Rennen schied Senna auf Platz 2 liegend aus.


    Bestes Rennen: Estoril


    Es regnete auch im April 85 in Estoril, und Senna steht zum ersten mal auf dem Startplatz der später quasi sein Stammplatz in der Formel 1 werden sollte, er startete von der Pole Position. Es ist der zweite Grand Prix der Saison, und Senna dominiert ihn von der Spitze weg im Stil eines Weltmeisters. Er scheint über dem Regen, den Pfützen auf der Strecke, der Aquaplaning-Gefahr förmlich zu schweben. Wo andere ausrutschen, neben der Strecke durchs Gras pflügen, sich drehen, bewegt er den Lotus wie auf Schienen durch die Gischt. Es war ein grandioser Sieg, und sein allererster Formel 1 Sieg. Spätestens jetzt wurde allen klar, das mit Ayrton Senna ein ganz Großer die Motorsport-Bühne betreten hat. Es war erst sein 16. Grand Prix und er wirkte so unglaublich souverän, daß hier in Estoril der erste Teil der Legende geboren wird.


    Saisonergebniss: Lotus-Renault : 38 Punkte, 4. Platz, 2. Sieg


    Sein Siegeswille und sein fahrerisches Können brachten ihm den 1. Sieg. Kein anderer konnte je nach Wasserstand so die Fahrlinie ändern wie er. Er hatte sich einen Haufen Anerkennung erfahren, aber er zog den Zorn der etablierten Fahrer auf sich: Einmal in Monaco behinderte er Lauda und Alboreto im Abschlußtraining so, daß diese ihn nicht mehr vom ersten Startplatz verdrängen konnten, um nur ein Beispiel zu nennen. Seinen zweiten Sieg errang Senna beim Großen Preis von Belgien in Spa.

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  • 1986 Das Duell mit Nigel Mansell.


    Für 1986 wurde Senna von Teamchef Peter Warr das Prädikat "magic" verliehen. Allerdings gab es da noch einen gewissen Nigel Mansell, der einen kleinen "Krieg" gegen Senna führte. Mansell hatte bei Lotus Boxen-Verbot. Einer seiner ehemaligen Mechaniker schmiß ihn in Rio mit den Worten "Sorry Nigel, du bist hier unerwünscht..." aus der Box hinaus. Als Senna bei Williams in der Box auftauchte, fragte Mansell, ob er ihn nicht rausschmeissen dürfe. Auch auf der Rennstrecke gerieten die beiden gelegentlich aneinander. In der Startrunde des Rio Grand-Prix hatte Senna Mansell auf die dreckige Spur gedrängt, der wollte dennoch am Brasilianer vorbei - und flog ab. Mansell gab damals selber zu, er sei ein Idiot. Senna leistete sich jedoch auch einen Ausrutscher, allerdings neben der Rennstrecke. Senna war insgesamt noch nicht der perfekte Rennfahrer. Er trainierte nämlich kaum, kein Vergleich zu seinem späteren, stählernen Körper. Auch im Umgang mit den Medien mangelte es ihm an Routine. Als er in Detroit / USA den amerikanischen Reportern erklären wollte, warum er keine schnellere Trainingszeit mehr fahren konnte, plauderte er fröhlich darauf los: " I made a mistake and fucked my tires... ". Dies war natürlich ein Skandal und der Hauptsponsor von Lotus schickte ihn sogleich zum Nachhilfeunterricht.


    Bestes Rennen: Jerez


    Hart aber fair fighten Ayrton Senna und Nigel Mansell im spanischen Jerez. Der Brasilianer bringt seinen Lotus mit hauchdünnem Vorsprung vor dem Briten ins Ziel.


    Saisonergebniss: Lotus-Renault : 55 Punkte, 4. Platz, 2 Siege


    Senna gelangen 1986 ein weiterer Sieg in USA-Ost und nebenbei auch noch acht Pole-Positions. Dabei half ihm ein ganz besonderer Trick: Der Bugspoiler wurde so angestellt, daß sich der Wagenboden im Fahrtwind absenkte. Die zusätzliche Bodenhaftung war ein toller Nachbrennereffekt. Aber das Auto hatte auch Nachteile, wie den extrem durstigen Renault-Turbo Motor. Alain Prost wird Weltmeister, weil Top-Favorit Mansell im letzten Rennen ein Reifen platzt und Nelson Piquet zurückfällt.
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    1987 Der letzte Sieg eines Lotus.


    Vor der Saison 1987 hatten die Honda-Strategen ihren Chefs eingeredet: Erst wenn wir Senna haben, werden wir unschlagbar. Lotus besaß Senna, ein Besitz, der Honda bewog, 1987 Motoren auch an Lotus zu liefern. Fortan waren die Lotus-Wagen strahlend gelb.


    Erfolgreiche Rennen:


    Monaco


    In Monaco konnte auch Mansell im überlegenen Williams nichts gegen Senna ausrichten.


    Detroit


    Sennas Triumph in Detroit markierte den letzten Sieg in der Lotus-Historie, nach seinem Weggang 1988 zu McLaren dümpelte das Team langsam, aber sicher dem Ende entgegen.


    Saisonergebniss: Lotus-Honda : 57 Punkte, 3. Platz, 2 Siege


    Senna, Lotus und Honda wurden durchweg von Williams-Piloten besiegt - mit Honda-Motoren. 1987 war die Privat-Fehde Mansells gegen Senna auf dem Höhepunkt. In Spa kollidierten die beiden bei Tempo 200. Mansell gab Senna die Schuld, doch der war sich keiner bewußt. Seiner Wut ließ Mansell in der Box freien Lauf, und er fing eine Schlägerei mit dem Brasilianer an. Auf der Rennstrecke konnte Senna nur 2 Saisonrennen gewinnen. Lotus hatte zwar den gleichen Motor wie Williams, aber das Chassis und das komplette Aerodynamikpaket war dem des Williams weit unterlegen. Die Idee einer aktiven Radaufhängung wurde nach einpaar Rennen wieder verworfen. Das letzte Rennen für Lotus fuhr Senna in Adelaide/Australien. Die Lotussiege des Ayrton Senna 1987 in Monaco und Detroit werden wohl als die letzten Erfolge des Stalls in die Annalen eingehen. Senna fehlte bis Ende 1987 nur das richtige Auto, um Champion zu werden.

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  • 1988 Der erste Weltmeisterschaftstitel.


    Endlich im besten Auto, war es für Senna nahezu ein Kinderspiel Rennen zu gewinnen. Senna und Teamkollege Prost gewannen für McLaren 15 von 16 Rennen. Auch das 16. wäre von einem McLaren-Piloten, nämlich Senna, gewonnen worden, wäre er in Monza beim Überunden nicht in den Williams von Schlesser gekracht. Gerhard Berger gewann auf Ferrari, das einzige Rennen der Saison, das nicht von einem des "unschlagbaren Duos" Prost/Senna gewonnen wurde. 1988 war das letzte Jahr der Turbo-Ära. Der Ladedruck wurde auf 2,5 bar, der Tankinhalt auf 150 Liter reduziert.


    Bestes Rennen: Suzuka


    Das letzte Rennen der Saison, und Senna steht kurz davor sich seinen größten Traum zu erfüllen den langersehnten WM-Titel zu gewinnen. Er startet von der Pole, zum zwölften Mal in dieser Saison. Doch der Start war alles andere als geglückt, der Motor stirbt ab, er hatte viel Glück, das ihm zum einen niemand ins Auto gefahren ist, und zum anderen ist die Start-Ziel-Gerade leicht abschüssig, er kann also den Wagen anrollen lassen. Als 14. nimmt er schließlich das Rennen auf. Prost ist vorne auf und davon, kann sich einen Vorsprung rausfahren. Am Ende der ersten Runde ist Senna achter, doch die Aufholjagd scheint aussichtslos, aber Senna versucht alles, seine Kompromisslosigkeit kommt ihm jetzt zugute. Doch dann wurde der Himmel immer dunkler und Sennas Fähigkeiten auf nasser Fahrbahn sind bekannt, in der 14. Runde fallen die ersten Tropfen, die Strecke ist nicht richtig nass aber sie wird schmierig, Senna kommt nun immer weiter nach vorn, fährt teilweise über zwei Sekunden schneller als der Führende Prost. Am Ende der 27. Runde ist es soweit, Senna überholt Prost. Der Kampf ist vorüber, Prost kann nicht mehr kontern. Zum Ende des Rennens wird der Regen immer stärker er muss also warten und zittern bis zur 51. und letzten Runde, bis zur letzten Kurve. Als er auf die Start-Ziel-Gerade einbiegt nimmt er eine Hand vom Lenkrad, ballt die Faust. Er weiß er ist am Ziel seiner Träume.


    Saisonergebniss: McLaren-Honda : 90 Punkte, Weltmeister, 8 Siege


    Für Ayrtons Teamkollegen Alain Prost war '88 ein frustrierendes Jahr. Allein in diesem Jahr holte sich der Brasilianer Senna 13 Pole Positions von denen er 8 in einen Sieg ummünzen konnte. Prost schaffte nur zweimal Pole und sieben Siege. Eine schlechte Bilanz für den Mann, der gerade zweimal - 1985 und 86 - für dieses Team den WM-Titel geholt hatte. Allerdings unterliefen ihm auch noch grobe Fehler. Als er im 3.Rennen der Saison in Monte Carlo, Prost schon um 49 sek. abgehängt hatte und nur noch 12 Runden zu fahren waren, krachte er aufgrund nachlassender Konzentration in die Leitplanke. Senna war nach diesem Vorfall eine Fall für den Psychiater. Dieser Fehler bedrückte ihn noch Wochen nach dem Rennen. Und dann das Rennen in Suzuka, daß ihm den ersten Titel brachte. Er hatte zwar die Pole Position, aber ein schlechter Start warf Senna weit zurück. Aber er setzte all seine Fähigkeiten ein, überholte das Feld und gewann schließlich vor Prost die erste Weltmeisterschaft.

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  • 1989 Der Bruch mit Prost.


    Es war das erste Jahr der Saugmotoren und im selbigen Jahr brach auch die Arbeitsgemeinschaft auseinander. Das erste Mal in Imola, wo sie, nach Bergers schwerem Feuerunfall in der Tamburellokurve, eine Abmachung trafen: Der nach der ersten Kurve führende McLaren, dürfe siegen. Aber Senna hielt sich nicht daran. Er überholte Prost in der zweiten!! Kurve und gab die Führung bis zum Ende nicht mehr her. Daraufhin eröffnete Prost einen erbarmungslosen Psychokrieg gegen Senna. Er unterstellte Honda und dem Team, daß Senna mehr Leistung zur Verfügung stände als ihm. Honda griff zu den Computerauszügen und trat den Gegenbeweis an. Prost verliere in den Mutpassagen erheblich gegenüber Senna ( z.B. Lesmo-Kurve in Monza: Senna ist 24 km/h schneller!! ). Aber er glaubte dem Computer nicht und behauptete weiter seine Geschichte von den Manipulationen.


    Bestes Rennen: Suzuka


    Senna hatte, durch viele Ausfälle bedingt, einen Rückstand auf Prost, so das er unbedingt gewinnen mußte. Aber er brauchte 46 Runden um ihn endlich einzuholen ( Senna fiel beim Start weit zurück! ). In der Schikane kam es dann zum Unglaublichen: Prost blieb auf dem Gas, schmiß Senna so die Tür zu, obwohl er wußte, das es krachen würde. Er wußte auch, daß bei einem Ausfall von beiden die WM entschieden ist - für ihn. Und es krachte auch, aber Senna ließ sich anschieben, fuhr an die Box, legte eine nochmalige Aufholjagd auf Nannini hin und gewann das Rennen auch. Aber Senna wurde disqualifiziert: Er habe schließlich ja eine Schikane ausgelassen!



    Saisonergebniss: McLaren-Honda : 60 Punkte, 2. Platz, 6 Siege


    Diesmal war es Senna, der tobte. Er warf der FIA vor, sie habe Prost bevorteilt. Darauhin wurde Senna die Lizenz für das Jahr 1990 entzogen. Und Senna, lange Zeit außer sich vor Wut, zog sich mit folgendem Satz, nach der Saison, nach Brasilien zurück: "Prost begann mich zu hassen, als er realisierte, daß er mich nicht mehr besiegen konnte." Prost flüchtete mit seinem Senna-Komplex zu Ferrari.
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    1990 Sennas Revanche.


    Senna war nach der WM-Entscheidung so verärgert über die Entscheidung der FIA-Funktionären, daß er nie wieder ein Rennen fahren wollte. Dieser Vorsatz hielt genau bis zu den ersten Testfahrten im Februar. Aber da gab es noch ein kleines Problem mit der Lizenz, die hatte er nämlich immer noch nicht. Erst nachdem er einen Brief an FIA-Präsident Balestre geschrieben hatte ( Gerüchte besagen, daß Balestre selbst kurz vor der Saison 1990 das Entschuldigungsfax an sich selbst abgeschickt habe, das bei der FIA einging. Aber Beweise hat es dafür nie gegeben. ), in dem er sich entschuldigte, bekam er die Super-Lizenz für 1990. Das wichtigste für Senna war jedoch, dass Prost das Team in Richtung Ferrari verlassen hatte. Obwohl sich Senna im Winter 89/90 wieder beruhigt hatte und beschloß, auch weiterhin Rennen zu fahren, schlug er beim ersten Rennen 1990 in Phoenix Prosts Entschuldigung aus. Den Platz von Prost bei McLaren übernahm Gerhard Berger. Der Österreicher hat Senna nicht nur gemocht, er stand ihm menschlich näher als jeder andere Berufskollege und er hatte tiefsten Respekt vor ihm. Für Berger war Senna der beste Fahrer aller Zeiten. Der Titelkampf entschied sich, wie im letzten Jahr zwischen Senna und Prost. Prost steuerte jetzt einen Ferrari, die dadurch zu neuen Siegen aufbrachen ( Prost: 5 Siege; Mansell: 1 Sieg ).


    Bestes Rennen: Suzuka


    Das vorletzte Saisonrennen. Die Karten waren dramatisch gemischt. Senna hatte 78 Punkte, Prost 66. Nur bei einem Sieg hatte Prost noch eine kleine Chance seinen Titel zu verteidigen. Aber Senna holte sich im Training die Pole Position. Dann der Start: Prost vor Senna. In der ersten Kurve aber, fuhr Senna Prost absichtlich ins Heck und holte sich damit seinen zweiten Titel. Senna fühlte sich nach seiner Racheaktion, für die Schmach 1989, wie neu geboren.


    Saisonergebniss: McLaren-Honda : 78 Punkte, Weltmeister, 6 Siege


    Senna hatte den Titel verdient, aber dieser hatte ihm auch die meiste Kritik eingebracht. So ging für Senna eine weitere erfolgreiche Saison zu Ende.

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  • 1991 Ayrton Senna zum dritten Mal Weltmeister.


    Vor der Saison bedauerte Senna noch, daß sein McLaren nicht so stark sei, wie alle meinten. Doch diesmal irrte er sich.


    Bestes Rennen:  Interlagos


    Mittlerweile ist Senna zweimaliger Weltmeister, doch einen großen Traum hat er noch, er hat noch nie zuhause in Brasilien gewonnen. Der Druck auf ihn in Brasilien ist nahezu unendlich groß. Er startet wie so oft von der Pole Position. Der Start des Rennens verläuft planmäßig, Ayrton gewinnt den Start, kann sich aber nicht so recht von Nigel Mansell absetzen. Allerdings musste Mansell aufgrund total verschlissener Reifen ein zweites Mal außerplanmäßig an die Box. Doch aufatmen konnte Senna trotzdem nicht, im Gegenteil er bekommt nun allmählig Probleme mit dem eigenen Auto. "Zuerst ließ sich der vierte Gang nicht mehr einlegen, ich musste immer vom Dritten direkt in den Fünften schalten. Dann gingen plötzlich auch andere nicht mehr, sprangen heraus. Das Getriebe spielte einfach verrückt. Es war wahnsinnig anstrengend, so zu fahren. Mit der rechten Hand musste ich immer den Schalthebel, der noch dazu ein bisschen locker war, festhalten, nur mit der linken Hand lenken, aufpassen, nicht noch einmal den falschen Gang erwischen." Plötzlich werden Sennas Rundenzeiten dramatisch schlechter, er verliert bis zu sieben Sekunden auf den Zweitplatzierten. Sieben Runden vor Schluss bekam er überhaupt keinen Gang mehr hinein, er ist verzweifelt, doch mit der allerletzten Kraft versucht er es noch mal und es lässt sich tatsächlich wieder ein Gang einlegen. Es ist der sechste, der einzige der jetzt noch funktioniert. Er lässt ihn drin bis zur Zielflagge, versucht gar nicht mehr zu schalten. "Aber es ist unglaublich schwierig nur im sechsten Gang zu fahren. Wenn man von 300 auf 70 km/h herunterbremsen muß, ohne dabei herunterschalten zu können. Der Motor schiebt noch mit voller Power... ich war so oft knapp am Rausfliegen!" Man kann auch nicht zu langsam fahren, sonst besteht die große Gefahr, daß der Motor abstirbt, wenn die Drehzahl zu niedrig wird. Nun beginnt es auch noch leicht zu regnen, doch ausnahmsweise sieht er im Regen diesmal keine Hilfe: "Ich kenne mich zwar gut aus hier, ich wußte genau, von wo der Regen kommt, welche Ecken zuerst nass sein würden. Aber mit einem derart angeschlagenen Auto wurde es jetzt natürlich noch viel schwieriger die Kontrolle zu behalten. In den langsamen Kurven musste ich ja jetzt noch langsamer fahren. Ich habe mir immer wieder vorgesagt, es ist okay, du schaffst es, es wird klappen..." Und er betet wie er später zugibt, "darum, dass ich es durchstehe, dass das Auto noch bis zur Flagge hält, dass ich diesen Sieg behalten darf. Ich glaube Gott hat mir diesen Sieg geschenkt..." Kaum ist der McLaren über die Ziellinie gerollt, bleibt er in der Auslaufrunde stehen. Der Motor ist endgültig abgestorben. Senna will sich - endlich - ein bisschen entspannen, aber es geht nicht. In dem Moment in dem er "loslässt", in dem sich die absolute Konzentration auflöst, "überfallen mich die Schmerzen wie ein Schlag. In meinen Armen, in meinen Schultern unglaublich intensiv, unglaublich stark." Minutenlang bleibt er regungslos im Auto sitzen "Ich wußte nicht, ob ich schreien, weinen oder lachen sollte, ich konnte mich kaum bewegen. Aber ich wollte hier doch unbedingt aufs Podium, zur Siegerehrung. Schließlich half mir Wilson Fittipaldi beim Aussteigen..." Er hat kaum noch die Kraft den Pokal festzuhalten, aber er hat es geschafft, er hat endlich auch zu Hause gewonnen.... Er darf die Freude zuhause zu gewinnen noch einmal auskosten, und zwar 1993.


    Saisonergebniss: McLaren-Honda : 96 Punkte, Weltmeister, 7 Siege


    Die ersten 4 Rennen der Saison gewann Senna überlegen. Allerdings fing die Teamorganisation nun an Fehler zu machen. In Magny Cours lag Senna weit in Führung, als sein Team ihm zu verstehen gab, daß das Benzin knapp würde. Senna ging ein wenig vom Gas und mußte beide Williams passieren lassen. Senna landete auf Platz 3. Als man allerdings in den Tank schaute, bemerkte man, daß noch reichlich Sprit darin war. Senna regte sich darüber auf, daß das Team, eines der Reichsten, nicht einmal 500 $ für eine anständige Tankanzeige übrig hätte. Als man eine (vermeintlich) anständige Anzeige eingebaut hatte, zeigte sie in Silverstone/England und in Hockenheim/Deutschland an, daß noch genügend Sprit im Tank sei. Leider wieder falsch. Senna blieb in beiden Rennen aufgrund eines leeren Tanks liegen. Prost spielte in diesem Jahr keine Rolle in der WM (er landete lediglich auf Platz 6), allerdings hatte es Senna nun mit Nigel Mansell, der einen Williams fuhr, zu tun. Wieder musste die WM-Entscheidung in Suzuka fallen. Mansell musste gewinnen um dem Brasilianer noch den Titel streitig machen zu können. Eine defekte Bremse warf den Briten allerdings frühzeitig aus dem Rennen. Somit war Senna zum 3. Mal Weltmeister. Es sollte sein letzter Titel werden.
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  • 1992 The King of Monaco.


    McLaren war derart gegen Williams in Rückstand geraten, daß weder Honda noch Senna ihn egalisieren konnten.


    Bestes Rennen:Monaco


    Monaco, dieser unglaublich enge holprige Straßenkurs im Herzen von Monte Carlo war quasi die Spielwiese von Ayrton Senna. Hier wo es wie auf keiner anderen Strecke auf fahrerisches Können ankommt, gewinnt Senna öfter als jeder andere Fahrer. Am 23. Mai 1993 stellt er einen neuen Rekord auf, er erreicht insgesamt sechs Siege, der Sohn des bisherigen Rekordhalters Graham Hill, Damon, steht neben Ayrton auf dem Podium. Er sagt nur, " Mein Vater wäre stolz gewesen, wenn er gewusst hätte, daß es erst einen Ayrton Senna braucht um seinen Rekord zu brechen." Sein bestes Rennen in Monaco bestreitet er wohl 1992. Es war das sechste Rennen der Saison, der absolute Überflieger der Saison heißt Nigel Mansell, er hat die fünf ersten Saisonrennen souverän gewonnen. Auch in Monaco eroberte Mansell die Spitze, Senna versuchte so gut es geht zu folgen, doch Mansell fährt einen Vorsprung von über 20 Sekunden auf Senna heraus. Doch Senna kämpfte weiter, er hörte nie auf. In der 70. Runde wird Senna für seinen Kampfgeist belohnt, Nigel Mansell bekommt ein Problem und muss an die Box. Als Mansell wieder auf die Strecke kommt liegt er fünf Sekunden hinter Senna. Was folgt sind sieben Runden, die die Fans den Atem anhalten lassen, sieben Runden, die Rennsportgeschichte schreiben. Mit dem generell schnelleren Auto und vor allem mit neuen Reifen ist Mansell innerhalb von anderthalb Runden wieder an Senna dran. Aber einen Gegner einzuholen und ihn zu überholen, das sind in Monaco zwei paar Schuhe. Natürlich könnte Mansell 2 - 3 Sekunden pro Runde schneller fahren, aber er kommt an Senna einfach nicht vorbei. Mansell: "Manchmal habe ich drei Autos vor mir gesehen." Aber nicht einmal Mansell, der sonst ja ganz gern jammert, beschwert sich nachher über unfaire Fahrweise. Senna hat das getan was er aus seiner Sicht tun musste, sie waren beide weit über dem Limit. Wo auch immer Mansell hin will, Senna ist schon da. Er hält das Auto meistens in der Mitte der Strasse, bietet kein Loch, nicht die kleinste Lücke, in die sein Gegner vielleicht hineinstechen könnte. Er kontrolliert Mansell, sein Auto sich selbst. Gerhard Berger sagt später: "Niemand anders außer Senna hätte dieses Rennen unter diesen Umständen gewinnen können. Jeder andere hätte irgendwann einmal einen Fehler gemacht." Senna macht keinen Fehler, als nach der 78. Runde die Zielflagge herauskommt, trennen die beiden genau 0,215 Sekunden, ein Wimpernschlag, der für Senna eine Welt bedeutet... Für die meisten Fans war Ayrton Senna - The King of Monaco. Es ist eine brutale Ironie des Schicksals, daß das erste Rennen nach Imola 1994 Monte Carlo ist...


    Saisonergebniss: McLaren-Honda : 50 Punkte, 4. Platz, 3 Siege


    Williams-Star Nigel Mansell gewann die ersten fünf Rennen souverän, sein Teamkollege Riccardo Patrese wurde während dieser Phase viermal Zweiter. Aber Senna gewann wegen seiner Fahrkünste dennoch Rennen: Monaco, Ungarn und Italien. Am Ende war Mansell Weltmeister. Er siegte mit 52 Punkten Vorsprung vor seinem Teamkollegen. Und danach schon Michael Schumacher in einem Team, daß mächtig aufholte: Benetton. Berger wechselte nach der Saison zu Ferrari und Mansell in die Indy Car Serie. Senna war frustriert, denn McLaren hatte wichtige Entwicklungen, wie die aktive Radaufhängung, verschlafen. Senna wußte, daß er auch in der nächsten Saison im McLaren nur hinterher fahren würde, weil sein Traumauto - Williams-Renault - blockiert war von seinem Lieblingsfeind Alain Prost, der nach einem Jahr Formel 1-Urlaub zurückkehrte.

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  • 1993 Senna als Wochenendarbeiter.


    Honda zog sich aus der Formel 1 zurück und deshalb musste Ron Dennis, Teamchef von McLaren, nach einem neuen Motor suchen. Nach langer Suche fand er schließlich zu Ford. Der V8 versprach allerdings kein siegfähiger Motor zu sein. Der einzige, der mit dem Motor 1992 auf das Podest fahren konnte war Michael Schumacher. Senna hatte für das Jahr 1993 keinen Vertrag mit McLaren. Er ließ sich von Rennen zu Rennen als "Wochenendarbeiter" für 1.000.000$ einstellen. Senna konnte 1993 nicht bei Williams arbeiten, weil Renault einen französischen Weltmeister wollte und Prost eine Anti-Senna Klausel in seinem Vertrag hatte.


    Erfolgreiche Rennen:


    Donington
                                                                                   
    Schon die Startrunde dieses Rennens wird in die Rennsportgeschichte eingehen. Die Strecke ist nass, aber kurz vor dem Start hat es fast aufgehört zu regnen. Trotzdem sind alle noch auf Regenreifen. Senna erwischt nicht einmal einen optimalen Start, kommt vom vierten Startplatz aus nur als Fünfter weg. Doch dann leuchtete Sennas Stern ganz hell, er kam mit deutlichem Vorsprung aus der ersten Runde in Führung liegend zurück. Die Bedingungen in Donington wechseln ständig. Abtrocknende Strecke, dann wieder Regen, mal stärker, mal schwächer. Es ist ein Rennen der Taktik, der Reifenwechsel - und des absoluten Fahrgefühls, des Könnens sich auf die unterschiedlichen Verhältnisse perfekt einzustellen. Und Senna deklassiert alle, vor allem Prost im anerkannt besten Auto. Er wechselt viermal die Reifen Alan Prost siebenmal. Er überrundet das komplette Feld, erst in der Schlussphase als er absolut auf Nummer sicher geht, kann sich Damon Hill züruckrunden. Nicki Lauda sagte später zu Senna: "Ich habe noch nie ein solches Rennen gesehen. Du hast das allerbeste Menschenmögliche getan, das man unter diesen Bedingungen nur tun konnte." Eine Steigerung zu diesem Rennen wird es nicht mehr geben.


    Adelaide


    Zum ersten Mal in diesem Jahr steht Ayrton Senna auf der Pole Position, es war das letzte Duell Senna gegen Prost, und was noch niemand ahnte es war der letzte Senna-Sieg. Er ging vom Start weg in Führung, sein Sieg war nie in Gefahr mit diesem Sieg brachte Ayrton Senna McLaren auf Position 1 der ewigen Team-Wertung. Doch es war sein letztes Rennen für McLaren, nächstes Jahr sollte alles besser werden, im Williams nach zwei langen Jahren ohne siegfähiges Material sollte er endlich wieder in einem guten Auto sitzen, aber es kam alles anders, Adelaide 1993 war das letzte Rennen das Ayrton Senna beendete. Auch das McLaren Team fiel in ein grosses Loch, der nächste McLaren Sieg ließ über 4 Jahre auf sich warten.


    Saisonergebniss: McLaren-Ford : 73 Punkte, 2. Platz, 5 Siege


    In einer eher durchschnittlichen Saison gab es vielleicht noch zwei nennenswerte Aktionen, zum einen stellt sein Team in Hockenheim einen Weltrekord auf, in sagenhaften 4,8 Sekunden wechseln sie an Sennas McLaren alle vier Reifen. Zudem verhilft er Eddie Irvine erstmals zu Schlagzeilen. Der Debütant Irvine liefert sich ein Duell mit Ayrton Senna. Zunächst lässt er sich nicht ohne Gegenwehr überrunden und Senna wird lange aufgehalten, bis er schließlich doch am Nordiren vorbeikommt. In der letzten Runde presst sich Eddie jedoch wieder am Brasilianer vorbei und 'entrundet' sich. Senna ist "not amused" und gibt dem Neuling nach der Pressekonferenz eine saftige Ohrfeige. Für das Jahr 1994 existierte die Anti-Senna Klausel bei Williams nicht mehr und deshalb verkündete Prost in Estoril seinen endgültigen Rücktritt. Nach der Saison verstanden sie sich darum auch plötzlich wieder.

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  • 1994 Endlich bei Williams.


    Um wieder nach Titeln zu streben, wechselt Senna 1994 zu Williams-Renault, der damals dominierenden Allianz des GP-Sports. Der dreifache Champion Ayrton Senna ist haushoher Favorit auf den Titel.


    Die letzten Rennen:


    Brasilien


    Sennas Williams startet aus der Pole Position und führt auch anfänglich. Aber nachdem Schumacher den Ferrari von Alesi niedergerungen hat, ist diese Führung stets bedroht. Der Williams und der Benetton laufen gleichzeitig die Box an, fassen Sprit und Reifen nach. Schumachers Crew ist schneller, Senna zweiter. Aber Senna ist bei seinem Heimspiel, dreht sich 15 Runden vor Schluß in einer Kurve, die im dritten Gang gefahren wird. Der Motor schweigt. Kurz und bündig berichtet er nachher, daß es seine Schuld sei und er sich entschuldige. Der Bildschirm verrät mehr: 164 Pulsschläge pro Minute, als Senna den Wagen verläßt.


    Aida


    Schumacher gewinnt erneut vor Berger und Barrichello. Start: Senna, aus der Pole beginnend, kommt etwas schlechter weg als Michael Schumacher. Der junge Hakkinen stubst während der Startphase den Brasilianer von hinten an, dessen Auto stellt sich quer und wird schließlich vom Ferrari Nicola Larinis aus dem Rennen torpediert. Schumacher hat in der WM - Wertung 20 Punkte auf Senna Vorsprung. Aber Senna kündigt für den Grand Prix von Imola an: "In Imola geht für mich die Sache erst richtig los!"


    Imola


    Es war ein Wochenende das von tragischen Unfällen geprägt war, zuerst der schwere Unfall von Rubens Barrichello, dann der tödliche Unfall von Roland Ratzenberger am Samstag. Und Senna war einer der ersten an der Unfallstelle, während alle anderen Fahrer den Vorfall zu verdrängen versuchten, ließ sich Senna zur Unglücksstelle fahren. Zwei Tage später findet man in Sennas Unfallwrack eine österreichische Flagge. Er setzte sich sehr für die Sicherheit der Formel 1 ein, so makaber es auch klingen mag, seinem Tod ist es wohl zu verdanken das viele andere Rennfahrer noch leben. Am Sonntag, dem 1. Mai 1994 um 14.17 biegt Ayrton Senna in die Vollgaspassage Tamburello ein, direkt am Scheitelpunkt der Kurve bricht die Lenksäule an seinem Boliden, völlig machtlos verliess er die Strecke und knallte mit Tempo 210 in die Begrenzungsmauer, Teile der rechten Radaufhängung zerschlagen seinen Helm und fügen ihm schwerste Verletzungen zu, für einen Moment scheint die Motorsportwelt still zu stehen. Gegen 18.00 Uhr erlag er seinen schweren Kopfverletzungen im Krankenhaus von Bologna. Die Motorsportwelt ist bestürzt. Nach seinem Tod verkündigt Brasiliens Präsident eine dreitägige Staatstrauer, Sennas Tod stürzt eine ganze Nation in tiefe Betroffenheit. Am Tag der Beisetzung säumen Hunderttausende die Straßen von der Innenstadt zum Friedhof, Millionen verfolgen die Live - Übertragung an den Bildschirmen. Ayrton Senna ist der größte Rennfahrer aller Zeiten, noch heute ist er das größte Idol vieler jungen Motorsport Talente. Doch einen kleinen Trost gibt es doch noch, auch wenn es komisch klingt, einen schöneren Tod hätte man sich für ihn nicht wünschen können, er war ein "Racer" durch und durch, und er starb so wie er lebte, spektakulär und in Führung liegend. Auch heute noch, sechs Jahre später pilgern Jahr für Jahr Motorsport-Fans aus aller Welt am 1.Mai nach Imola in die mittlerweile entschärfte Tamburello-Kurve um Blumen oder Bilder niederzulegen und dem größten Rennfahrer aller Zeiten zu ehren...


    Saisonergebniss: Williams-Renault : tödlicher Unfall in Imola

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  • 1984 - 1994 Die unvergessliche Kariere.


    25. März 1984 - 1.Mai 1994


    Bereits in seiner ersten Formel 1 Saison sorgte er mit einem Pleiteteam für Furore und gewann das Regenrennen in Monaco nur deshalb nicht, weil es frühzeitig abgebrochen wurde. Senna ignorierte den bestehenden Vertrag mit Toleman und wechselte zu Lotus. Dort gelang ihm bereits im zweiten Einsatz der erste Grand Prix Sieg. Die Strategen von Honda waren von ihm dermaßen überzeugt, daß sie Lotus ihre Motoren auslieferten. Aber als er auch im dritten Jahr nicht Weltmeister werden konnte, wechselte er 1988 zu McLaren. Niemand geringerer als der damals zweifache Champion Alain Prost wurde sein Teamkollege, aber Senna ließ ihm kaum eine Chance. Mit einem Rekord von acht Saisonsiegen wurde er Weltmeister und es entstand eine tiefe Rivalität zwischen den beiden. 1989 war Senna durch mehrere Defekte in Rückstand geraten und als er in Japan gewinnen musste, um seine WM Chance zu wahren, wurde er kurzerhand von Prost abgeschossen, der zu diesem Zeitpunkt bereits einen Vertrag mit Ferrari in der Tasche hatte. Senna konnte trotz der größeren Anzahl an Saisonsiegen seinen Titel nicht mehr verteidigen. Genau am gleichen Ort folgte im darauffolgenden Jahr die Revanche, als Senna kurz nach dem Start ungebremst in die Seite des Wagens von Prost krachte, was ihm seinen zweiten WM Titel einbrachte. 1991 gewann er gleich die ersten vier Saisonläufe und am Ende holte er sich erneut die WM Krone. 1992 und 1993 war Williams nicht mehr zu halten. Während Nigel Mansell und Alain Prost jeweils den Titel holten, gewann Senna den Grand Prix von Monaco zum sechsten Mal. Nichtsdestoweniger saß er nicht mehr im besten Auto. Also wechselte er 1994 zu Williams, woraufhin Prost seinen Rücktritt verkündete. In Imola holte er sich seine 65 (!) Poleposition und ging nach dem Start in Führung, als die Lenksäule seines Williams brach und er machtlos an einer Mauer zerschellte. Mit seinem Tod fiel in der Formel 1 die Sonne vom Himmel. Wir werden ihn nie vergessen!

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  • Erst mal vielen Dank für diese Beiträge. Ich finde das einfach nur klasse!


    lustig ist es eigentlich, wie es zu dieser stärke im regen gekommen ist.
    senna hatte beim kartfahren immer probleme wenn es regnete. alle fuhren an ihm vorbei und das hat ihn so geärgert, dass er beschloss, das bis zum erbrechen zu trainieren. schon damals setzte er sich was in den kopf um es bis zur perfektion zu können.
    das hat ihn dann in der F1 aber auch in den anderen serien dermassen geholfen und den namen: REGENGOTT gebracht.

  • Es handelt sich hier um ein von mir erstellten Kalender den ich letztes Jahr einem Kumpel, der großer Senna-Fan war(ist), geschenkt habe. Sowohl die Texte wie auch die Kollagen stammen größtenteils von mir.

  • Senna war einer von vielen Ausnahmefahrern. Was ich bei ihm am bewundernsten finde ist, dass er aus ärmlichen Verhältnisen kam und sich wirklich hocharbeiten musste. Der hatte kein Geld mit dem er sich (wie z.B. Alex Yoong) in die Formel 1 einkaufen musste. Sicherlich irgendwas lässt die Figur Senna heller scheinen als all die anderen Prosts, Mansells und Piquets.

  • da liegst falsch. er kam nicht aus ärmlichen verhältnissen. seine familie hat echt geld gehabt.
    trotzdem hat er sich alles erarbeitet.

  • Zitat

    Es handelt sich hier um ein von mir erstellten Kalender den ich letztes Jahr einem Kumpel, der großer Senna-Fan war(ist), geschenkt habe. Sowohl die Texte wie auch die Kollagen stammen größtenteils von mir.


    finds echt klasse von dir; super;


    mfg