Eine Frage zu Ferrari vor Schumacher...

  • Ich bin noch nicht sooo alt, das ich die Formel 1 in den frühen 90er Jahren schon Verfolgen konnte. Deshalb habe ich mal eine Frage: Warum startete Ferrari in der Saison 1994 und ich glaube auch in 1993 und 1995 mit den Startnummern 27 und 28? Ich kann mir das nicht erklären!

  • Das war in den 80er auch schon so. Den genauen Grund weiss ich nicht aber ich habe mal so was gehört dass Villeneuve mit der Nummer 27 fuhr und das dann so weitergeführt wurde. Ausser 1991 da hatte Prost als WM die 1 und Mansell die 2.

  • Zitat

    Ich bin noch nicht sooo alt, das ich die Formel 1 in den frühen 90er Jahren schon Verfolgen konnte. Deshalb habe ich mal eine Frage: Warum startete Ferrari in der Saison 1994 und ich glaube auch in 1993 und 1995 mit den Startnummern 27 und 28? Ich kann mir das nicht erklären!


    Ich verfolg die F1 auch noch nicht so lange! Trotzdem weiß ;) ich, dass Scuderia recht hat. Man hat die Nummer 27 von Villeneuve, die er 1981 und 1982 hatte, übernommen nachdem er gestorben war, ich glaube weil er der Lieblingsfahrer von Enzo Ferrari war. Nur 1990! nicht, weil Prost als Weltmeister kam, hatte Ferrari die 1und die 2!
    1996 kam Michael schumacher als Weltmeister, gleichzeitig als die Nummernvergabe in der Reihenfolge,
    Team mit Fahrer-WM; und dann die Teams in der Reihenfolge der Konstrukteurs-WM, eingeführt wurde! :)


    mfg


    Schumifan

    "Ein gutes Pferd springt nicht höher als es muss."


    Anmeldedatum im alten Forum am 18.8.2006!

  • Ich verfolg die F1 auch noch nicht so lange! Trotzdem weiß ;) ich, dass Scuderia recht hat. Man hat die Nummer 27 von Villeneuve, die er 1981 und 1982 hatte, übernommen nachdem er gestorben war, ich glaube weil er der Lieblingsfahrer von Enzo Ferrari war. Nur 1990! nicht, weil Prost als Weltmeister kam, hatte Ferrari die 1und die 2!
    1996 kam Michael schumacher als Weltmeister, gleichzeitig als die Nummernvergabe in der Reihenfolge,
    Team mit Fahrer-WM; und dann die Teams in der Reihenfolge der Konstrukteurs-WM, eingeführt wurde! :)


    mfg


    Schumifan


    Der wahre Grund war folgender:
    Seit den frühern 1970er Jahren (weiss allerdings auch nicht seit wann genau) bekam immer jenes Team, das den Fahrer-Weltmeister stellte, die Nummern 1 und 2 im darauf folgenden Jahr. Der entthronte Fahrer-Weltmeister (bzw. dessen Team) übernahm dann die Nummern von dem, der sie besiegt hatte. Ausnahme: wenn der neue Weltmeister das Team wechselte, nahm er die Nummer 1 zu dem neuem Team mit. Im Gegensatz zu heute waren das jeweils die einzigen Veränderungen. Alle anderen Teams behielten dieselben Nummern vom Vorjahr.


    Konkret im von dir angesprochenen Beispiel Ferrari und Nr. 27 war es so:
    1980 fuhr Ferrari mit den Startnummern 1 und 2 (Scheckter und Villeneuve), weil Scheckter 1979 Weltmeister geworden war.
    Gleichzeitig fuhr 1980 Williams-Ford (Jones und Reutemann) mit den Nummern 27 und 28. (Die hatten sie 1977 zugeteilt bekommen).


    Weil Jones nun 1980 Weltmeister wurde, bekam Williams für 1981 neu die Nummern 1 und 2 - und Ferrari übernahm die Nummern 27 und 28 von Williams. Bis 1990 änderte sich für Ferrari nichts, sie fuhren 1981-1989 einfach weiter mit den Nummern 27 und 28, aber nicht aus Erinnerung an Villeneuve. Die Nummern wurden damals einfach nicht gewechselt, wenn man nicht Weltmeister wurde war und keinen amtierenden WM von einem anderen Team engagierte.


    Weil Prost 1989 auf McLaren Weltmeister geworden war (mit Startnummer 2 - McLaren 1989 mit Startnummer 1, 2 weil Weltmeister Senna 1988 ) und dann zu Ferrari wechselte, nahm Prost die Nummer 1 zu Ferrari mit und deshalb fuhr Ferrari 1990 mit den Nummern 1 und 2. McLaren übernahm die Nummern 27 und 28 von Ferrari und fuhr 1990 damit.


    Für 1991 wurde das ganze wieder umgedreht, weil ja 1990 wieder Senna auf McLaren (Startnummer 27) Weltmeister wurde. Also 1991:
    - McLaren-Honda übernahm wieder Nr. 1 und 2 von Ferrari;
    - Ferrari übernahm wieder Nr. 27 und 28 von McLaren.


    Weil Ferrari dann Schumacher verpflichtete, der 1995 WM geworden war, fuhr Ferrari 1996 wieder mit den Nummern 1 und 2 (die hatte also Schumacher von Benetton "mitgebracht", gleich wie zuvor Prost und wie schon Schumifan erwähnt hat). Weil dann aber Hill auf Williams 1996 Weltmeister wurde, hätte Williams 1997 die Nummern 1 und 2 bekommen, wenn Hill nicht zu Jordan gewechselt wäre. Ab da wurde dann ja wie erwähnt umgestellt, und die Teams bekommen die Nummern gemäss Rang in der Konstrukteurs-WM. Ferrari übernahm deshalb 1997 nicht mehr die Williams-Nummern von 1996.


    Jedenfalls ist es falsch, dass Ferrari die Nummern 27 und 28 als Erinnerung an Gilles Villeneuve weitergeführt oder 1991 deswegen wieder bekommen hätte. Die Nummern 27 und 28 hat Ferrari erstmals von den 1980er-Williams übernommen und daran hat sich einfach bis 1990 nichts geändert, weil Ferrari nie mehr Weltmeister wurde oder nie einen anderen Weltmeister verpflichtete. 1990 zeigt ja die Verpflichtung von Prost, dass die Nummern dann sofort umgestellt wurden. Dass Ferrari dann 1990 gerade wieder von dem Team bezwungen wurde, denen sie die Nummern 27 und 28 abgetreten hatten (eben McLaren), war ein Zufall, was nicht hätte sein müssen. Dass also Ferrari 1991-1995 wieder mit den Nummern 27 und 28 unterwegs war, hatte genauso wenig mit Erinnerung an Villeneuve zu tun wie zuvor, sondern war einfach die Folge, dass zwischen McLaren und Ferrari wieder abgetauscht wurde - wie üblich. :thumbup:


    Diesen Nummerntausch kann man auch bei anderen Teams verfolgen: so fuhr Williams 1981 mit den Nummern 1,2, Brabham aber wurde mit Nr. 5 Fahrer-Weltmeister. Folglich hatte Brabham 1982 die Nummern 1,2 und Williams Nr. 5,6.


    Dass die Nr. 27 ab 1982 bei Ferrari nichts mit Gilles Villeneuve zu tun hatte, zeigt sich ja auch daran, dass Villeneuve bei Ferrari insgesamt mit 5 verschiedenen Startnummern unterwegs war.
    - 1977: 21, 11
    - 1978-1979: 12
    - 1980: 2
    - 1981-1982: 27.


  • Na da hat dieser User aber Glück das seine Frage nach 7 jahren beantwortet wurde.


    Das das nichts mit Villeneuve zutun hatte, war mir auch klar aber ab wann das los ging bzw. wie das System aufgebaut war, wusste ich nicht. Schöner Beitrag. Sehr informativ. :)
    Allerdings hatte ich gedacht das die Nummern eher was mit dem Fahrer zutun hatte denn Senna hatte die Nr.12 bei Lotus wie auch bei McLaren. Piquet übernahm zwar das Cockpit von Lotus aber hätte dann nicht Willisms die 12 bekommen sollen und nicht McLaren?


    Oder hing das noch mit dem KWM Titel zusammen?

  • Nein, ausser der Nummer 1 sagte die jeweilige Nummer wirklich nichts über den Fahrer aus. Natürlich gab es den Gewöhnungseffekt, dass man einen bestimmten Fahrer mit einer Nummer zu identifizieren begann, wenn er jahrelang die gleiche Nummer hatte.


    Jedenfalls wurde das System auch 1987-1988 angewandt wie immer. Nur fällt mir jetzt auf, dass es etwas komplizierter war, wenn ein amtierender Weltmeister das Team wechselte, die Nummer 1 also zu dem neuen Team mitnahm, aber sein altes Team nicht schon die Nummer 1 und 2 gehabt hatte (wie bei Schumacher 1995). Der Nummerntausch erfolgte dann nicht zwischen dem neuen und alten (Fahrer-)Weltmeister-Team, sondern zwischen jenem Team, zu dem der Weltmeister wechselte und jenem Team, das zuletzt die Nummern 1-2 gehabt hatte, also quasi dem Ex-Fahrer-Weltmeister-Team.


    Also beim von dir angesprochenen Beispiel:
    • Piquet wurde 1987 Weltmeister und nahm die Nummern 1-2 für 1988 zu Lotus mit.
    • Die alten Nummern von Lotus (11-12) bekam 1988 McLaren, weil die zuletzt die Nummern 1 und 2 gehabt hatten (eben 1987).
    • Für Williams hiess das, dass sich ihre Nummern 1987-1988 nicht veränderten (Nr. 5, 6), obwohl sie 1987 den Fahrer-Weltmeister errungen hatten. Und der Gewinn des Konstrukteurs-Titels hatte erst recht keinen Einfluss auf die Startnummern im darauf folgenden Jahr.


    Lotus hatte die Nummern 11 und 12 1979 von Ferrari übernommen und dann einfach auch bis 1987 behalten, egal wer jeweils für Lotus fuhr. Dass Senna 1987 und 1988 die gleiche Nummer 12 bekam, war insofern ein Zufall, der sich aus den Transfers 1987-1988 ergab. Es war vielleicht höchstens in der Weise auf Senna gemünzt, dass Lotus ihm die Nummer 12 zuteilte und nicht die 11. Genauso gut hätte ihm Lotus aber die Nummer 11 geben können, weil in der internen Zuteilung ihrer 2 Nummern auf ihre 2 Fahrer hatte ein Team freie Hand (ausser bei der Nr. 1).


    Das ganze tönt fürchterlich kompliziert, in Wahrheit war es aber einfach: Jedes Jahr wechselten maximal 2 Teams die Nummern, alle anderen Teams behielten die Nummern vom Vorjahr. Man wollte anscheinend möglichst wenig Wechsel bei den Team-Nummern. Wenn man es so gemacht hätte, wie du erwähnst, hätten 3 Teams für 1988 die Nummern wechseln müssen.

  • Hast Du sehr schön erklärt Rudy, war ja anscheinend nicht nur Esteban Tuero nicht klar sondern auch Semino Rossi welcher mal wieder gefährliche Halbweisheiten verbreitete! ;)

  • Stimmt das hat er wirklich gut erklärt. Hatte man denn vor 1970 garkeine Nummer?
    Weiß jetzt garnicht ob da welche dran waren.


    Sag mal Rudy seit wann verfolgst du denn die F1? Von dir kann ja selbst Mr. Ickx noch was lernen. :)

  • Na dann meldet sich Mister Ickx auch noch mal zu Wort.


    Die Vergabe der Startnummet war vor dem Jahr 1974 auch nicht so exakt geregelt, da der selbe Fahrer in einem Jahr schon Mal verschiedene Nummern beim selben Team haben konnte, (siehe z.B. bei Ferrari wenn man sich die Nummern von 1950-1973 anschaut).


    Seit 1974 sind die Nummern der Teams und Fahrer sofern sie immer für das selbe Team in dem besagten Jahr angetreten sind identisch.


    Interressantes Detail am Rande: 1973 wurde Jackie Stewart mit Tyrrell Weltmeister, da er aber seine Rennkarriere beendete und das ganze mit den Nummern noch nicht so geregelt wurde, tratt Lotus 1974 mit der Nummer 1 am die Ronnie Peterson bekam und der Nummer 2 Jacky Ickx.


    Konstrukteursweltmeister war 1973 Lotus.
    Das Tyrrell-Team bekam 1974 die Nummern 3 Jody Scheckter und 4 Patrick Depailler.


    Damals war es noch nicht üblich dass man die 0 vergeben hat wenn der amtierende Weltmeister die F1 verlässt, so wie es dann bei Mansell und Prost in den 90ern war.


    Früher konnte ein Team auch ein drittes Auto bei einem GP einsetzen, und da gab es dann eine höhere Startnummer z.B. Mc Laren 1974 mit Fittipaldi Nr. 5, Hulme Nr. 6 und Hailwood Nr. 33.

  • Ich verfolge die Grands Prix seit ca. 1976, wobei nicht immer gleich intensiv. Es gab Phasen, da war ich kaum mehr dabei, die meiste Zeit aber schon, vor dem Bildschirm natürlich meistens.


    Mr. Ickx hat recht: erst seit 1974 war es üblich, dass ein Fahrer zumindest für 1 Jahr dieselbe Nummer behält. Es konnte ja dann auch länger sein, va. bei den Teams.
    Mir ist auch nicht klar, wie es davor gehandhabt wurde. Ich glaube aber, die Nummern wurden jeweils nur für 1 Rennen verteilt. Ich weiss aber nicht, ob die Nummern der Veranstalter bestimmte, oder wer sonst?


    Und stimmt: Ronnie Peterson mit der Nr. 1 war 1974 irgendwie kurios: er wurde ja nie Weltmeister. Tatsächlich ist zwischen 1973 (Stewart) und 1992 (Mansell) nie ein amtierender Weltmeister im darauf folgenden Jahr nicht auch F1 gefahren. Meines Wissens hätten es viele gar nicht gern gesehen, wenn Alain Prost 1993 die Nummer 1 bekommen hätte. Gemäss 1974 hätte es aber so sein müssen.


    Die Startnummern waren in früheren Jahren aber auch viel grösser und deutlicher zu sehen. Heute kann man sie ja kaum mehr erkennen auf den Autos.


    Bezüglich Nummern noch ein Detail: ob man die 13 von Beginn an nicht vergeben hat oder seit wann nicht, weiss ich auch nicht. Weiss da jemand genaueres?

  • Oha xD


    Dass du tatsächlich ein Mädchen sein sollst fällt mir schon sehr schwer zu glauben...Kein Mädchen würde über 20 Jahre die F1 verfolegn :D

    "Demokratie hat ihren Preis. An ihr zu sparen, könnte aber teuer werden." - Andreas Voßkuhle, Präsident des Bundesverfassungsgerichts

  • Hi @ all,


    vielen Dank für die detailierten Informationen zu den Startnummern. Etwas ist mir aber noch nicht klar, ab 74 gab es für alle Teams feste Starnummern und es ändert sich nur etwas wenn ein Weltmeister im Folgejahr in einem Team fährt, dass im Vorjahr nicht 1/2 hatte und ab 96 kam die aktuelle Reglung, dass es nach den Vorjahresergebnissen geht. Von 92 auf 93 haben sich aber auch mehrere Startnummern geändert, Larousse hat die 19/20 von Benetton übernommen, die haben 5/6 von Williams bekommen, Williams (das ist logisch 0/2) McLaren 7/8 etc. weiß Jemand, wie es dazu kam?


    Danke im Voraus

  • Stimmt, für 1993 hätte McLaren eigentlich die Nummern 5-6 bekommen müssen, im Tausch mit Williams. Der Grund für den grösseren Wechsel 1992-1993 war der Rückzug von Brabham Ende 1992. Dadurch wurden die Nummern 7/8 frei, und so niedrige Nummern musste man natürlich wieder verteilen, weil das ja blöd aussieht, wenn die niemand hat. Die Nummern 7/8 gab man wahrscheinlich lieber McLaren aus Traditionsgründen, weil McLaren 7/8 schon jahrelang gehabt hatte (1978-1984). (Dieselben Nummern jahrelang bei denselben Teams zu belassen war ja eine Grundausrichtung jener Jahre.) Nun musste man aber noch jemanden haben für 5/6 und dafür suchte man sicher ein besseres Team aus. Benetton bot sich da an, denn die hatten sich bis Ende 1992 zu einem sehr erfolgreichen Team gemausert. 19/20 war dann geeigneter für ein weniger erfolgreiches Team wie Larousse (oder waren die damals Newcomer?? weiss ich nicht mehr). Also eher höhere Nummern für schlechtere Teams oder Neueinsteiger war eine andere Maxime. So bekam z.B. auch das neue Wolf-Team 1977 die Startnummer 20 zugeteilt, Williams 1977 Nummer 27, Ligier 1976 Nummer 26 oder Alfa Romeo Nummer 22/23 (weiss nicht mehr wann).


    Eine andere, mir auch unbekannte Tatsache: gemäss welchen Kriterien teilte man für die Saison 1974 die Nummern zum ersten Mal fix zu? Warum bekam Lotus Nr. 1/2 und nicht Tyrell, die ja 1973 Fahrer-WM geworden waren? Und warum bekam Ferrari z.B. gerade 11/12 und nicht irgendeine andere Nummer?