F1 Aerodynamik

  • Mehr oder weniger Luft ist reine Spekulation. Genauso könnte man behaupten, dass das, was da aus der Lufthutze kommt erzeugt durch Hitze (warme Luft) einen Unterdruck. Unterdruck saugt aus allen Richtungen Luft an.


    Wie die Strömung effektiv dann ist, das ist viel zu komplex um da etwas Richtiges zu raten. Nur die Aerodynamik-Ingenieure kennen da die richtige Antwort.

  • ich halte die variante von red bull als am wirkungsvollsten, da ein teil, nämlich der unterflügel mit mehr kühlerluft angeströmt. beim ferrari mit dem schlitz wird der heckflügel weniger angeströmt. viel luft strömt zwischen heck-und unterflügel durch und bringt weniger abtrieb. sieht so aus als hätte ferrari flics also kleine flügel in der kühlerentlüftung


    Ja,- vielleicht hat Ferrari da kleine Flügel in dem Schlitz... Aber du hast recht. Ich finde im Moment auch die RedBull Idee überzeugender. Nur, die kannte Ferrari schon aus der letzten Saison. Also ist die Ferrari Sache vielleicht eine Weiterentwicklung.

  • Genauso könnte man behaupten, dass das, was da aus der Lufthutze kommt erzeugt durch Hitze (warme Luft) einen Unterdruck. Unterdruck saugt aus allen Richtungen Luft an.


    Wenn mich meine Physik-Kenntnisse nicht im Stich lassen, saugt ein Unterdruck überhaupt nicht ;)


    Das ist auch der Grund, wieso Saugnäpfe zwar hier auf der Erde funktionieren, aber bspw. im Welltall nicht. Unter dem Saugnapf wird die Luft weggedrückt, sodass der Luftdruck unter dem Saugnapf geringer ist als um den Saugnapf herum. Der Luftdruck der Atmospähre sorgt dafür, dass der Saugnapf hält. Genauso verhält es sich beim Strohhalm in einem Getränk. Durch das Saugen wird der Druck im Strohhalm verringert und der Atmosphärendruck drückt das Getränk in den Strohhalm rein.


    Genau dasselbe soll auch ein Diffusor bewirken. Die Luft unter dem Fahrzeug wird beschleunigt, dadurch wird der Druck verringert. Der Luftdruck der Atmosphäre drückt das Fahrzeug letztlich auf die Fahrbahn.


    Gruß ;)

    CASEY STONER IS A DUCATI LEGEND :love:


    WORLD CHAMPION 2007


    WORLD CHAMPION 2011

    Einmal editiert, zuletzt von manuma ()

  • manuma  
    Du darfst mich schon für D@@f verkaufen, aber gebe dir nicht so viel Mühe dabei.


    Es kommen zwei Phänomene zur Wirkung:
    1. Druckdifferenz.
    2. Luftverwirbelung.
    Beides ist und kann sehr Komplex sein.


    Du vergleichst einen Saugnapf mit heißer Luft. Beim Saugnapf ist extremer Unterdruck durch fast Vakuum. Oder willst du ein Vakuum im Saugnapf erhitzen, damit der Saugnapf funktioniert? Also haben deine physikalischen Kenntnisse einen falschen Vergleich zurecht gesponnen.
    Denn:
    Wetterereignisse beweisen, dass dort wo warme Luft ist die kalte Luft hinströmt. (Hochdruck- und Tiefdruckgebiet). Ohne diese Temperaturdifferenz könnten auch keine Tornados entstehen.


    Zitat

    Genau dasselbe soll auch ein Diffusor bewirken. Die Luft unter dem Fahrzeug wird beschleunigt, dadurch wird der Druck verringert. Der Luftdruck der Atmosphäre drückt das Fahrzeug letztlich auf die Fahrbahn.

    Falsch.
    Unter dem Fahrzeug wird Luft gepresst, durch die hohe Nase. Der Diffusor bekommt Luft zugeführt auf engstem Raum über zwei Kanäle. Und zwar rechts und links vom Holzbrettboden. Da herrscht Überdruck. Unter dem Brett selbst herrscht Unterdruck, dies u.a. durch die keilförmige Bodengestaltung vor dem Holzbrett.


    Der Diffussor kann beides ausnutzen durch "Windleitbleche", die mehrere Kanäle unabhängig voneinander arbeiten lassen können, Unterdruck sowie Überdruck. Wo Überdruck ist, da ist es Verwirbelung der Luft, die den Diffusor nach unten ziehen.


    Selbst bei Flügeln bei Flugzeugen gibt es unterschiedliche Wirkungen, mit gleichem Ergebnis:
    1. Ein Airliner hängt an der Luft. Hier hat die Luft über dem Flügel einen längeren Weg, (als im Vergleich der Weg der Luft unter dem Flügel) und erzeugt einen Unterdruck. Aber das würde nicht genügen. Die Luftwirbel heben den Flügel auf der Oberseite auch an.
    2. Ein Düsenjagdflugzeug reitet auf der Luft. Hier ist es komplizierter je nach Geschwindigkeit.
    3. Die Stärke (= Querschnitt, > Durchmesser, > Luftverdrängung) des Flügels bestimmt, wie viel Last getragen werden kann.


    Wirklich guten Unterdruck konnte man mit den damaligen Schürzen erzeugen:


    f1-forum.org/attachment/778/


    Und wie gut ein Aerodynamik-Team gearbeitet hat, das erkennt man an der Verwirbelung hinter dem Boliden.


    Um dies besser erkennen und kontrollieren zu können verwendet man einen Trick:


    Ein maßstabgetreues verkleinertes Modell wird auch unter Wasser mit Druckdämpfern und anderen Sensoren verbunden und befestigt, das Wasser unterschiedlich gefärbt. Allein mit Physikformeln ist es zu schwierig den kompletten Gesamteindruck zu gewinnen. Um eine Entscheidung zu treffen wird durch diesen Trick viel Zeit gespart.

  • Ich habe gar nichts verglichen. Es ging lediglich um die Ausage, dass ein Unterdruck Luft ansaugen würde. Das impliziert nämlich, dass der Unterdruck aktiv wird. Dem ist so nicht.


    Der Saugnapf drückt die Luft weg und es entsteht fast ein Vakuum. Da der Druck der Atmosphäre viel höher ist und so eine erhebliche Druckdifferenz besteht, hält der Saugnapf. Es ist also die Druckdifferenz, nicht der alleinige Unterdruck.


    Gruß ;)

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    3 Mal editiert, zuletzt von manuma ()

  • Erhitzte Luft verursacht gegenüber kalter Luft eine Luftbewegung. Es entsteht ein Sog. Dabei bewegt sich die kalte Luft prinzipiell in die Richtung der erhitzten Luft. Es kommt zu Wirbelschleppen. Im Extremfall können dadurch bei Feuer sogar Bäume explodieren wie Sprengstoff.


    So besser?

  • Würde ich auch sagen!
    Es ist ja leider nur eine Momentaufnahme aber vielleicht wollte sie damit die Auswirkungen der verstellbaren Heckflügel "sichtbar" machen.

  • So langsam aber sicher wird das Regelwirrwarr doch etwas unübersichtlich. Ich versuche mal die neue Heckflügelregel zusammenzufassen und hoffe, dass Leute aufspringen und schreien: "Nein! Das hast du falsch verstanden!", denn so ganz einleuchtend finde ich die Regel nicht.


    Ab diesem Jahr ist es - bekanntermaßen - erlaubt verstellbare Heckflügel zu verwenden. Allerdings dürfen diese nur im Qualifying komplett willkürlich eingesetzt werden. Im Rennen hingegen wird für jeden Grand Prix ein bestimmter Teil der Strecke ausgewählt (und entsprechend für den Zuschauer markiert) auf dem der Heckflügel hochklappen darf.


    ABER: Nicht JEDER Fahrer darf den Heckflügel in diesem Teilbereich der Strecke flacher stellen. Voraussetzung ist, dass man
    sich dem Vordermann bis auf eine Sekunde genähert hat. Der relevante zeitliche Abstand wird ein oder zwei Kurven vor dem markierten Überholbereich gemessen. Der Vordermann hingegen darf seinen Heckflügel nicht hochklappen. Wie genau man die Einhaltung der Ein-Sekunden-Regel bewerkstelligt, ist mir nicht genau klar. Ich vermute, dass man das über die Elektronik regelt und ein Signal von der Rennleitung gefunkt wird, das den nötigen Knopf "freischaltet"?!


    Man kommt zu etwas komischen Situationen, wenn man zwischen Messung und Überholbereich Fehler der Fahrer hinzurechnet. Nehmen wir an, Alonso fährt 0,9 Sekunden hinter Webber her (Abstand am Messpunkt). Alonso verbremst sich aber und verliert eine Sekunde auf Webber. Alonso darf nun theoretisch den Heckflügel flacher stellen, obwohl er mehr als eine Sekunde zurückliegt.


    Ein weiteres Szenario, das aber in die gleiche Richtung deutet: Der Vordermann verbremst sich, der Abstand am Messpunkt war allerdings 1,1 Sekunden. Nun darf der Hintermann nicht auf den Knopf drücken, weil er am Messpunkt zu weit weg war. Wobei dieses Szenario weniger schlimm sein dürfte, da der Hintermann sowieso einen Geschwindigkeitsvorteil haben dürfte.


    Was passiert in einem "Trulli-Train"? 4 Fahrer, die alle in 1-Sekunden-Abständen hintereinander herfahren. Alle bis auf Trulli dürfen den Knopf drücken. Der erste kommt vorbei. Der Zweite hat sich dramatisch nahe an Trulli herangesaugt, der Dritte hat den relativen Abstand zum Vordermann nicht eingrenzen können. Nächste Runde das gleiche Bild.

  • Ich find das auch ziemlich kompliziert.


    Also eine Sache die du nicht erwähnt hast, ist, dass der Flügel erst nach 2 Runden verwendet werden darf, wenn diese unter grünen Flaggen gefahren wurden. Das gilt am Start und auch bei Re-Starts nach dem Safety-Car, also beim Re-Start den Flügel einfach flacher stellen geht nicht.
    Soweit ich das gelesen habe, gibt es im Cockpit eine grüne Kontrolllampe, die dann an geht, wenn der Fahrer in dem Abstand von unter einer Sekunde ist.
    Das mit dem Messpunkt finde ich auch etwas merkwürdig, aber auf irgendwas musste man sich ja einigen, vielleicht dauerts zu lang, das freizuschalten, wenn der Messpunkt direkt vor dem Überholbereich ist oder was auch immer, irgendeinen Grund wirds schon haben, auch wenn ich den nicht unbedingt verstehe.

  • Theretisch müssten Sie in Quali und im Training mit einer längeren Getriebeübersetzung fahren als im Rennen dadurch, dass der Heckflügel ja angeblich im Training und Quali komplett freigegeben wird......finde das etwas hirnrissig....

  • Danke für die Zusatzinfo, Rabi. Das mit den zwei Runden wusste ich noch nicht. Ich finde es an sich nicht wirklich "fair", wenn man durch solche Maßnahmen den Wettbewerb verzerrt. Ich hoffe es wird uns einige schöne Szenen bescheren. Aber irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, dass diese Regel ziemlich schnell geändert bzw. sogar abgeschafft werden wird.

  • Mir gefällt generell die Entwicklung dieses Sports nicht mehr...früher war der Fahrer fast wichtiger als das Auto, heute ist der Fahrer nur eine Marionette..dann diese Pneus, die nach 8 (in Worten ACHT !!!) Runden ihren Geist aufgeben, der verstellbare Heckflügel, Kers........was kommt als nächstes ?? eine 3-Rad F1 ?? X(

    "Racing,competing,it´s in my blood. It`s part of me, it`s part of my life. I have been doing it all my life and it stands out above everything else." (A Senna)

  • "Außerdem haben sich die Teams und die FIA auf ein System geeinigt, damit der Verfolger gerade eben genug profitiert, um ein Überholmanöver zu wagen. Keiner möchte eine Regelung, bei der Überholen reine Formsache ist."
    Wie auch immer sie das gemacht haben, wir werden sehen, was draus wird, wenn's zu einfach geht, wirds wohl wieder geändert oder abgeschafft.


    und zur 3-Rad-F1...wer weiß, vielleicht denkt sich Bernie ja auch irgendwann aus, dass bei jedem 2ten Boxenstop nur 3 Räder aufgezogen werden dürfen oder so X(

  • 2014 wird genial werden:
    http://www.autosport.com/news/report.php/id/111262


    Newey und Sutil hatten ja schon gesagt das die Autos hässlich werden, bloß komisch das Hamilton der neue Mercedes gefällt, die werden wohl eine normale Nase haben ^^


    Bah, ist ja 10 mal hässlicher als die Stufennase. Wobei sich daran dann auch alle gewöhnt haben.


    Lewis meinte ja dass die Autos wieder mehr wie Anfang der 90'er aussehen werden. Ich hoffe er behält Recht.

    "Life is about passions - thank you for sharing mine" - Michael Schumacher

  • Vllt wird der Mercedes vorne nicht so einen "Rüssel" haben aber vllt ist man bei Mercedes auch noch gar nicht auf die Idee gekommen ^^
    Ich weiß echt nicht ob ich mich an sowas gewöhnen kann, sieht schon ziemlich schlimm aus.

  • http://www.motorsport-magazin.…ene-haessliche-loesungen/


    Zitat

    Bislang wurden drei Lösungsmöglichkeiten aufgezeigt: Die bereits oben beschriebene Lösung, bei der an die konventionelle Nase ein auf die Mindestmaße reduzierter Auswuchs nach unten angeflanscht wird, eine weitere Möglichkeit, bei der ein separater Bug wie ein Pflanzen-Ableger nach unten aus der hohen Nase herauswächst, und ein radikales Design, bei dem die gesamte Frontpartie komplett abgesenkt wird und dann steil nach oben ansteigt - die Stufennase in einer Radikal-Ausführung, die an eine Rutschbahn erinnert.